53-Jährige wehrt sich gegen Auslieferung

Mutter von mutmaßlichem Brandstifter vor US-Gericht

Los Angeles (AFP) - Die Mutter des mutmaßlichen deutschen Brandstifters von Los Angeles hat sich vor Gericht vehement gegen ihre drohende Auslieferung gewehrt. "Wenn Sie mich nach Deutschland schicken, kann ich nicht mehr kämpfen, ich würde getötet", sagte die 53-Jährige vor einem Richter in der kalifornischen Metropole. Ihr Sohn, dem Brandstiftung in mindestens 37 Fällen vorgeworfen wird, sei geisteskrank.
In Brand gesetztes Gebäude in Los Angeles Bild anzeigen
In Brand gesetztes Gebäude in Los Angeles © AFP

Die deutschen Ermittler werfen Dorothee B. Betrug in 19 Fällen vor. Unter anderem soll sie Mietkautionen nicht zurückgezahlt und eine Rechnung für eine Brustvergrößerung in Höhe von umgerechnet fast 8000 Euro nicht beglichen haben. Nach Berichten, wonach sie auf einer Internetseite Massagedienste angeboten habe, schimpfte sie vor Gericht, sie sei "keine Prostituierte". Sie werde alle verklagen, die dies behaupteten.

Die Deutsche forderte das Gericht auf, ihren Sohn "niemals hier allein sterben" zu lassen. Sie und ihr Sohn seien unschuldig, fügte die Frau hinzu. "Wir sind die Opfer, wir sind keine Verbrecher", sagte sie. Sie habe nichts getan, und ihr Sohn habe kein Feuer gelegt.

Der 24-jährige Harry B. war in der vergangenen Woche nach einer mehrtägigen Brandserie zu Silvester in Los Angeles festgenommen worden. Er wird beschuldigt, in mindestens 37 Fällen Autos in Brand gesteckt und Feuer an Gebäuden gelegt und damit einen Millionenschaden angerichtet zu haben. Verletzt wurde niemand.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, das Auslieferungsverfahren gegen seine Mutter habe den jungen Mann völlig aus der Bahn geworfen. Er habe die Einwohner mit der viertägigen Brandserie regelrecht terrorisieren wollen. Am Tag vor dem ersten Feuer soll der junge Mann bei einer Anhörung in dem Verfahren gegen seine Mutter Ressentiments gegen die USA geäußert haben.

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