Razzia in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

NRW-Innenminister verbietet Rockerclub Bandidos Aachen

Düsseldorf/Köln (AFP) - Mit einem Verbot des Motorradclubs "Bandidos Aachen" und einer Großrazzia haben die Behörden in Nordrhein-Westfalen einen Schlag gegen kriminelle Rockerbanden geführt. Durchsucht wurden mehr als 30 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz, wie das NRW-Innenministerium mitteilte. Dabei wurden unter anderem mehrere Schusswaffen und große Mengen Datenträger beschlagnahmt.

Rockergruppe "Bandidos" verboten Bild anzeigen Rockergruppe "Bandidos" verboten © AFP

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) begründete das Verbot des Aachener Rockerclubs mit Erkenntnissen, wonach die "Bandidos" im Aachener Raum ihre "kriminelle Vormachtstellung" ausweiten wollten. "Ihre Methoden sind Bedrohung, Erpressung und Gewalt", erklärte Jäger. "Das können und werden wir nicht dulden." Die "Bandidos" hätten "sich abgeschottet, eigene Regeln aufgestellt und sich bewusst gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft gestellt".

An der Großrazzia bei den "Bandidos MC Chapter Aachen" und fünf ebenfalls verbotenen Unterstützerclubs waren nach Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums mehr 600 Polizeibeamte beteiligt. Durchsuchungen gab es unter anderem in Alsdorf bei Aachen, Düren, Bonn, Köln, Leverkusen, Koblenz und Neuwied sowie im Rhein-Lahn-Kreis und dem Landkreis Mayen-Koblenz. Nach Angaben der federführenden Polizei in Köln waren wegen der Gefährlichkeit mehrerer Rocker auch Spezialeinheiten im Einsatz.

Bei der Razzia wurden laut NRW-Innenministerium das Vereinsvermögen und Vereinssymbole beschlagnahmt. Nach dem Verbot dürfen die betroffenen "Bandidos" demnach nun auch ihre sogenannten Kutten als Zeichen ihrer Vereinszugehörigkeit nicht mehr tragen. "Das trifft die Clubmitglieder besonders hart", unterstrich Jäger. "Sie können sich nicht mehr martialisch als mächtige Organisation in der Öffentlichkeit präsentieren."