In seiner Wohngemeinde in der französischen Region Elsass habe der Mann in der Vergangenheit einem Schützenverein angehört, teilte die Polizei weiter mit. "Bereits seit Jahren" habe er auch offizielle Berechtigungen für insgesamt sechs Waffen gehabt. Als Jäger, wie am Mittwoch zunächst vermutet worden war, sei er den französischen Behörden aber nicht bekannt gewesen.
Der 53-Jährige hatte am Mittwoch bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Karlsruhe offenbar vier Menschen erschossen und danach sich selbst getötet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat geplant war. Demnach erschoss der Mann in den Morgenstunden einen 47-jährigen Gerichtsvollzieher, einen 33-jährigen Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes sowie den 49 Jahre alten neuen Besitzer der Wohnung.
Auch seine 55-jährige Lebensgefährtin, die Polizisten später tot in ihrem Bett fanden, wurde nach Erkenntnissen der Ermittler "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" erst am Mittwochmorgen erschossen. Das habe am Freitag die Obduktion der Leiche ergeben. Ihr Tod stehe damit ebenfalls "in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der angestandenen Zwangsräumung".
Vor mehr als zehn Jahren war der Schütze nach Angaben der Polizei bei seiner Partnerin in Karlsruhe eingezogen. Seinen Wohnsitz im Elsass soll er schon damals aufgegeben haben. Ordnungsgemäß in Karlsruhe angemeldet habe er sich aber nie. Das Paar habe "überaus zurückgezogen" gelebt.
Warum sich der Mann zu der Bluttat entschlossen hatte, war der Polizei zufolge weiterhin unklar. "Finanzielle Gründe dürfen als Tatmotiv ausscheiden", vermuteten die Ermittler. Aus der Zwangsversteigerung der Wohnung im April seien "noch mehrere zehntausend Euro" übrig geblieben. Das beim Amtsgericht hinterlegte Geld sei aber nie abgerufen worden. Zur weiteren Klärung des Falls habe die Karlsruher Kriminalpolizei nun die 15-köpfige "Ermittlungsgruppe Kanalweg" eingerichtet.
Die Stadt Karlsruhe kündigte für den kommenden Mittwoch eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Todesopfer in der Stadtkirche an. Seit Freitag liege außerdem im Rathaus ein Kondolenzbuch aus, in das sich trauernde Bürger eintragen könnten. Um die Familien der Opfer zu unterstützen, habe die Stadt unter dem Motto "Karlsruhe hilft" für sie ein Spendenkonto eingerichtet.
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