Dänemark verschärft Beschränkungen für Großstädte

Österreich lockert strikten Corona-Lockdown

Wien (AFP) - Nach drei Wochen hat Österreich seinen harten Corona-Lockdown gelockert. Statt ganztags gilt seit Montag nur noch eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20.00 bis 06.00 Uhr. Geschäfte, Einkaufszentren sowie Friseure und andere Dienstleister haben wieder geöffnet, und auch ein Großteil der Schüler darf wieder ins Klassenzimmer zurück - für alle ab der fünften Klasse gilt jedoch Maskenpflicht.
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Masken in Österreichs Landesfarben © AFP

Normaler Präsenzunterricht ist nun wieder für die Schüler der ersten acht Klassen sowie der Abschlussklassen möglich. Davon weiterhin ausgenommen sind hingegen die Schüler der Oberstufen sowie der Berufsschulen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Ihre Rückkehr sei aus gesundheitspolitischen Gründen leider nicht möglich gewesen, bedauerte Bildungsminister Heinz Faßmann am Montag. Er verwies auf die hohen Infektionszahlen unter älteren Jugendlichen.

Außerdem dürfen die Österreicher wieder Museen und Bibliotheken besuchen. Kulturveranstaltungen bleiben hingegen untersagt, Kinos geschlossen. Geöffnet sind nun überdies Sportanlagen, auf denen es zu keinem Körperkontakt kommt. Die Skigebiete dürfen aber erst ab dem 24. Dezember öffnen, Hotels und Gastronomiebetriebe müssen bis einschließlich 6. Januar geschlossen bleiben.

Der strikte Lockdown war am 17. November wegen eines massiven Anstiegs der Corona-Fallzahlen in dem Alpenland in Kraft getreten. "Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel", warnte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz damals.

Am Montag mahnte Kurz aber weiterhin zur Vorsicht. Angesichts des befürchteten Massenandrangs in den Einkaufszentren appellierte er nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA an die Bevölkerung, das "Einkaufsbedürfnis zu verteilen". Es seien "noch viele Tage bis Weihnachten".

Dänemark verschärft hingegen seine Beschränkungen: Wegen steigender Infektionszahlen verhängte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montag über 38 Gemeinden einen Teil-Lockdown. Davon betroffen sind die drei größten Städte Kopenhagen mit seinen Vororten, Aarhus im Westen sowie Odense im Zentrum des Landes. Dort lebt fast die Hälfte der dänischen Bevölkerung.

Alle Schulen mit Ausnahme der Grundschulen sollen ab Mittwoch und bis 3. Januar wieder geschlossen werden, ebenso die Bibliotheken, Sporthallen, Kinos und Theater. Gesundheitsminister Magnus Heunicke begründete die Maßnahme mit der "exponentiellen" Zunahme der Infektionsfälle. Regierungschefin Frederiksen sagte, die Lage sei "zu besorgniserregend" und müsse wieder unter Kontrolle gebracht werden. Eindringlich rief sie dazu auf, Weihnachten und Silvester mit nicht mehr als zehn Menschen zu feiern.

Die Gesundheitsbehörden registrierten am Montag eine Rekordzahl von 2046 Neuinfektionen in dem 5,8 Millionen Einwohner zählenden Land. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender DR könnte sie bis Weihnachten bei rund 4000 liegen.

Immer mehr Länder setzen inzwischen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus auf baldige Impfungen. Großbritannien, das vergangene Woche als erstes westeuropäisches Land eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erteilt hatte, beginnt bereits am Dienstag mit seiner Impfkampagne; in Russland läuft sie bereits seit dem Wochenende mit dem eigenen Impfstoff "Sputnik V".

Das chinesische Pharmaunternehmen Sinovac Biotech erhält seinerseits eine Finanzspritze in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Dollar zur weiteren Entwicklung seines Corona-Impfstoffkandidaten CoronaVac. Das in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gelistete Pharma-Forschungsunternehmen Sino Biopharmaceutical investiert nach eigenen Angaben umgerechnet 425 Millionen Euro. Zugelassen ist der Impfstoff bislang nicht, doch sollen bis Ende des Jahres 600 Millionen Dosen produziert werden.

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