Biografie

Paul Kirchhof Biografie: Wer ist dieser Mann eigentlich?

Berlin (np) - Paul Kirchhof ist derzeit in aller Munde. Sein Entwurf einer Einheitsbesteuerung ohne Abschreibungsmöglichkeiten wird derzeit heiß diskuiert.
Doch wer ist der Mann hinter dem Steuerentwurf? Wir haben eine kurze Biografie Kirchhofs zusammengestellt.

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Paul Kirchhof

© AFP

Paul Kirchhof wurde am 21. Februar 1943 in Osnabrück geboren. Sein Vater war Bundesrichter in Karlsruhe, weshalb die Familie auch nach Karlsruhe zog. Dort ging Kirchhof zur Schule und legte sein Abitur ab. An der Universität München studierte und promovierte er im Fach Jura. Sein Dissertationsthema: "Der Begriff der hoheitsrechtlichen Befugnisse in Artikel 33 Absatz IV des Grundgesetzes". Seine Habilitation machte er in Heidelberg mit der Arbeit „Verwalten durch mittelbares Einwirken". Im Anschluss war Kirchhof Professor und Direktor des Instituts für Steuerrecht an der Universität Münster (von 1975 bis 1981). Seither ist er Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Heidelberg.

Im Jahr 1987 wurde Kirchhof parteiloser Richter in den zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe berufen. Diese Funktion übte er bis 1999 aus. In dieser Zeit entstand unter seinem Einfluss der viel beachtete Auftrag an den Gesetzgeber, Betreuungs- und Erziehungskosten von Kindern beim Existenzminimum steuerlich zu berücksichtigen.

Im Jahr 2000 rief Kirchhof am Heidelberger Institut Forschungsstelle Bundessteuergesetzbuch ins Leben. Durch deren Forschungen brachte er ein neues, transparentes Steuermodell hervor, wodurch der Staat höchstens die Hälfte des Sollertrags eines Vermögens besteuern soll (Halbteilungsgrundsatz). Bald interessierte sich auch die Politik für seine Überlegungen. Das so genannte "Kirchof-Modell" sieht eine Reduzierung der Steuerarten auf folgende Kategorien vor: Einkommens-, Umsatz- sowie Erbschafts- und Schenkungssteuer.

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Kirchhofs Steuermodell von 2003

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Im Jahr 2003 wurde Kirchhoff Mitherausgeber der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" und wurde 2004 AUfsichterat der Deutschen Bank.
Im Wahlkampf 2005 trat der parteilose Kirchhof als Haushalts- und Finanzexperte in das Kompetenzteam der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel und wurde als Finanzminister einer schwarz-gelben Koalition gehandelt. Nach dem schlechten Abschneiden Merkels bei der Bundestagswahl vom 18. September 2005 kündigte Kirchhof seinen Rückzug aus der aktiven Politik an.

Privat ist Kirchhof seit 1968 verheiratet und Vater von zwei Mädchen und zwei Söhnen.

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