Jucken, brennen, Rötungen

Pollen-Allergie: Es wird immer mehr Allergiker geben

(np) - Rund 35 Prozent der Erwachsenen leiden an einer oder mehrere Allergien. Besonders häufig sind Pollen schuld daran. Und jetzt auch noch das: Wissenschaftler warnen vor einem regelrechten Allergie-Boom in Deutschland und Europa.

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Birkenpollen sind die häufigste Ursache für allergische Reaktionen

© Foto: pixelio.de/Maja Dumat

Wissenschaftler befürchten einen Anstieg der Zahl von Menschen, die an einer Pollenallergie leiden. Es könnte sogar soweit führen, dass fast die Hälfte der Bevölkerung unter Allergien leiden, so prognostizieren es die Forscher.

Bereits heute gibt es rund 20 Millionen Allergiker in Deutschland, Tendenz steigend, so der Direktor des Zentrums für Allergie und Umwelt, Carsten Schmidt-Weber, am Freitag in München. In England leide schon heute jeder Zweite an einer Allergie. Dabei werde nicht nur die Anzahl der Pollenallergien steigen, sondern auch die der Nahrungsmittelallergien.

In den 50er Jahren waren gerade einmal fünf Prozent der Bevölkerung von einer Allergie betroffen.

Das Problem bei Pollen besteht nicht nur darin, dass sie zahlenmäßig auf dem Vormarsch sind, auch der Zeitraum, dehnt sich wegen der globalen Erwärmung immer weiter aus. „Insgesamt verlängert sich der Blühzeitraum.“, so Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München. So blühe die Hasel sogar manchmal schon im Dezember. Wenn viele allergie-auslösenden Pflanzen verblüht seien, komme in zahlreichen Regionen die Ambrosia dazu. Ambrosia-Pollen können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Eine Berührung löst bei vielen Menschen starken Juckreiz und Hautrötung aus.

In ganz Europa ist die Menge an Pollen deutlich gestiegen und es scheint so, dass der Klimawandel seinen teil dazu beiträgt. Die Wissenschaftler vermuten als Grund eine steigende Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre. Anhand von Studien wurde nachgewiesen, dass Pflanzen, denen eine verstärkte CO2-Menge zur Verfügung steht, mehr Pollen produzieren.

Allerdings sind Pollen nicht gleich Pollen. Nicht die Menge der Pollen ist für die steigende Allergiebelastung entscheidend, sondern die Menge der Allergene. „Abhängig von Zeit und Region produzieren die Pollen verschieden große Mengen an Eiweißverbindungen, die letztlich für die allergische Immunantwort verantwortlich sind.“