Anhörung am 30. Juli wird im Internet übertragen

Prozess gegen Putin-kritische Band Pussy Riot öffentlich

Moskau (AFP) - Der Prozess gegen die regierungskritische russische Frauen-Punkband Pussy Riot soll künftig der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die nächste Anhörung am 30. Juli werde öffentlich sein und auf der Webseite des Gerichts live übertragen, teilte eine Gerichtssprecherin in Moskau mit. Vor dem Gerichtsgebäude wurden zwei Unterstützer der Punk-Ladies festgenommen, die seit März in Untersuchungshaft sitzen.
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Inhaftierte russische Punkband Pussy Riot © AFP

Die Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina müssen sich wegen "Verletzung orthodoxer Christen" und "Beleidigung" vor Gericht verantworten. Die Band Pussy Riot hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale ein "Punk-Gebet" gegen Präsident Wladimir Putin gesungen, der damals als Ministerpräsident vor seiner Rückkehr in den Kreml stand. Darin hieß es: "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!".

Die Verteidigung bezeichnete den Prozess als "absurdes Theater". "Uns wird nicht erlaubt, die Beweise vorzubringen, die die Unschuld unserer Mandantinnen beweisen", sagte der Anwalt Mark Feigin. Die Übertragung des Prozesses im Internet halte er für "verdächtig", da dieses Verfahren bisher nur bei Terrorismus-Prozessen angewandt worden sei. Anträge der Verteidigung, Präsident Wladimir Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill als Zeugen zu laden, wies das Gericht ab.

Die Anhörung vom Montag fand unter hohem Polizeischutz statt. Dutzende Polizisten waren vor dem Gebäude im Einsatz, die Straße wurde mit Metallgittern abgesperrt. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich rund 20 Unterstützer von Pussy Riot. Zwei von ihnen wurden festgenommen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Gleichzeitig demonstrierten etwa ein dutzend Russisch-Orthodoxe, die Schilder mit der Aufschrift "Für die Moral" trugen, für eine harte Bestrafung der Frauen.

In der vergangenen Woche verlängerte das Moskauer Gericht die Untersuchungshaft für die Musikerinnen bis Januar 2013. Den drei Frauen, von denen zwei Kinder haben, müssen mit Haftstrafen bis zu sieben Jahren rechnen.

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