31-Jährigem drohen 15 Jahre Haft wegen Gewalt bei EM 2016

Russischer Hooligan nach Auslieferung durch Deutschland in Frankreich in Haft

Marseille (AFP) - Ein russischer Hooligan ist nach seiner Auslieferung durch die deutschen Behörden in Frankreich in Haft. Die Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Marseille wirft dem 31-Jährigen nach Angaben vom Montagabend vor, während der Fußball-EM 2016 in Frankreich einen Briten schwer verletzt zu haben. Dem Russen drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Polizisten helfen dem niedergeschlagenen britischen Fan (Archivfoto) Bild anzeigen
Polizisten helfen dem niedergeschlagenen britischen Fan (Archivfoto) © AFP

Der Fall ist ein Politikum: Die Regierung in Moskau sieht darin einen "Vorwand, um die Debatte um den Hooliganismus vor der Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu schüren und zu politisieren", wie die russische Botschaft in Deutschland nach der Festnahme des Mannes in München im Februar erklärte.

Die deutsche Polizei kam mit der Festnahme einem internationalen Haftbefehl Frankreichs nach. Der Hooligan war in München auf Zwischenstopp auf dem Weg von Moskau nach Bilbao. In Nordspanien wollte er das Euroleague-Spiel Athletic Bilbao gegen Spartak Moskau sehen.

In Frankreich wird dem 31-Jährigen nun "gemeinschaftliche Gewalt mit einer Waffe" und "schwere Körperverletzung" vorgeworfen, wie der Staatsanwalt von Marseille, Xavier Tarabeux, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Mann soll sich an einer Schlägerei im Vorfeld des Spiels zwischen Russland und England in Marseille während der EM 2016 beteiligt haben. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit mehreren Kumpanen einen 51 Jahre alten britischen Fan angegriffen und ihn mit einem Stuhl attackiert zu haben.

Das Opfer erlitt neben Knochenbrüchen auch Verletzungen an Gehirn und Lunge. Die Bilder von den Ausschreitungen in Marseille mit 35 Verletzten sorgten damals für Entsetzen. In fast anderthalb Jahren Ermittlungsarbeit wurde der Russe als ein Tatverdächtiger ausgemacht. Im Dezember erließ Frankreich dann den internationalen Haftbefehl.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli statt. Dabei werden erneut Ausschreitungen befürchtet. Der Weltfußballverband FIFA erklärte kürzlich jedoch gegenüber dem SID, er habe "volles Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen und das umfassende Sicherheitskonzept der russischen Behörden und des lokalen Organisationskomitees."

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