Diskussion um Vorgänge auf Bremer Frühchenstation

SPD-Gesundheitsexperte fordert mehr Hygiene in Kliniken

Passau (AFP) - Nach den Todesfällen und dem wiederholten Auftreten von antibiotikaresistenten Keimen auf einer Bremer Frühgeborenenstation hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bessere Hygienemaßnahmen an deutschen Krankenhäusern gefordert. Es würden "dringend" mehr hauptamtliche Hygieneärzte benötigt, sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse". "Ein Hygienebeauftragter, der sich nur im Nebenjob um dieses wichtige Feld kümmert, genügt nicht." Vorbild dafür könne die Praxis an Kliniken in den USA sein.
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Klinikum Bremen-Mitte © AFP

Am Mittwoch hatte Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) die Schließung der Frühchenstation des Klinikums Bremen-Mitte verkündet. Dort waren in den vergangenen Tagen erneut zwei Kinder gestorben. Nach Angaben des Krankenhausbetreibers waren sie äußerlich von potenziell gefährlichen Keimen befallen, bei einem der Frühchen fanden sich die Keime auch in einer nach dessen Tod entnommenen Blutprobe. Woran die Kinder starben, ist derzeit aber noch unklar.

Auf der Station traten in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder sogenannte ESBL-Klebsiellen desselben Stamms auf, ohne dass die Quelle bislang ermittelt werden konnte. 2011 starben nach bisherigen Erkenntnissen mindestens drei Frühchen an einer Infektion mit dem Keim, weitere erkrankten oder wurden befallen, ohne dass etwas passierte. Trotz aufwändiger Desinfektionsmaßnahmen in der zeitweise geschlossenen Abteilung waren die Erreger in der vergangenen Woche erneut an drei Kindern entdeckt worden, die aber nicht erkrankten. Nach dem Tod der zwei Babys verfügten die Behörden das Aus für die Station.

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