„Ich habe mich über ein rassistisches Spielzeug echauffiert.“

Sarah Kuttner äußert sich zu den Rassismus-Vorwürfen

Hamburg (sb) - Bei einer Lesung zu ihrem Buch "Wachstumsschmerz" erzählte Sarah Kuttner von einer „Negerpuppe“, die sie als Kind von ihren Eltern geschenkt bekam. Ein Hamburger Besucher mit äthiopischen Wurzeln, der sich über diese Äußerungen erboste, zeigte die Autorin, wegen Beleidigung, nach der Veranstaltung an. Nach Aussagen des betroffenen Benjamin Bäumel hätte sich die Autorin über die "ekelhafte Negerpuppe" und deren "Schlauchboot großen Lippen" ausgelassen. Nachdem sich Sarah Kuttner nun einige Tage stillschweigend zu den Rassismus-Vorwürfen verhielt, meldet sich die Autorin jetzt auf ihrer Facebook-Seite zu Wort.

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Sarah Kuttner

© Foto: Marcus Hoehn

„Ich bin zutiefst erschrocken darüber, wie viele Menschen sich in den letzten Tagen eine handfeste Meinung über mich, basierend auf einer einseitigen Berichterstattung der Boulevardpresse, gebildet haben. Eine Berichterstattung, die ohne Stellungnahme meinerseits auskam und auf nicht geprüften Halbwahrheiten basiert. [...] Für diejenigen, die an Differenzierung interessiert sind: hier was wirklich passiert ist. Ich bin kein Rassist. Ich habe mich auf keiner meiner Lesungen rassistisch geäußert, ganz im Gegenteil: ich habe mich über ein rassistisches Spielzeug echauffiert.“

Dazu verlinkt sie einen Artikel von Spiegel-Online. Darin wird zum ersten Mal Kuttners Version zu dieser Angelegenheit geschildert. Bei ihren Beschreibungen um die unproportional großen Lippen der „Negerpuppe“ verwies sie eindeutig darauf wie unrealistisch und rassistisch diese Puppe sei. „Ich sagte, dass so eine Puppe heutzutage zu Recht gar nicht mehr hergestellt werden würde" so Kuttner im Interview mit Spiegel Online.

Nach Angaben des gekränkten Benjamin Bäumel hätte er die Autorin nach der Lesung zu Rede stellen wollen, doch diese wies ihn mit den Worten ab: „Ich muss gar nicht reden, ich rauche gerade.“ Anschließend hätte sie zu ihrem Manager gesagt: "Gib ihm das Eintrittsgeld wieder, damit er verschwindet." Und dann: "Nein, gib ihm das Geld doch nicht, der hat ja die Polizei auf mich gehetzt!".

Im Spiegel-Interview schildert Sarah Kuttner ihre Sicht: "Er hat behauptet, von mir rassistisch beleidigt worden zu sein. Ich erklärte ihm, weshalb das Unsinn sei und sagte im Laufe des Gespräches: 'Wenn Du die Lesung so furchtbar fandest, gebe ich dir gern persönlich das Eintrittsgeld zurück.'"

Dieser „Eklat“ um die „Negerpuppe“ und die angeblich rassistische Sarah Kuttner schlug im Netz und in den Medien große Wellen und löste einen enormen „Shitstorm“ gegen die Autorin aus. Hunderte wütende Twitter-Nachrichten und Facebook-Kommentare, darunter auch Ex-VIVA-Kollege Mola Adebisi, wurden gegen die Bestsellerautorin in die Welt gesendet. Nach ihrem Statement folgt nun die gleiche Flut mit positiven Zusprüchen.

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