Sechs Jahre Haft wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder

Schwager von Spaniens König geht gegen Verurteilung in Berufung

Madrid (AFP) - Der wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilte Ehemann der spanischen Infantin Cristina geht gegen die Entscheidung vor dem Obersten Gericht in Madrid in Berufung. Das teilte das Gericht in Palma de Mallorca am Freitag mit. Es hatte Iñaki Urdangarín im Februar zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 512.000 Euro verurteilt.
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ñaki Urdangarín, Ehemann der spanischen Infantin Cristina © AFP

Der einstige Handballnationalspieler und sein damaliger Geschäftspartner Diego Torres sollen zwischen 2004 und 2006 sechs Millionen Euro Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Nóos veruntreut haben, deren Vorsitzender Urdangarín war. Die Stiftung hatte unter anderem von den Regierungen der Balearen und der Region Valencia rund sechs Millionen Euro für die Ausrichtung von Tagungen zu Sport und Tourismus erhalten, deren Kosten sie künstlich aufgeblasen hatte.

Torres, der zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt wurde, ficht das Urteil ebenfalls an. Das gilt auch für den ehemaligen Präsidenten der Balearen und spanischen Umweltminister, Jaume Matas von der konservativen Volkspartei (PP). Er muss dem Urteil zufolge für drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Die Infantin war in dem Verfahren, einem der größten Korruptionsprozesse der jüngeren spanischen Geschichte, vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen worden.

Eine Sprecherin des balearischen Gerichts sagte, die Staatsanwaltschaft gehe ihrerseits in Berufung, ebenso die Anti-Korruptionsgruppe Manos Limpias (Saubere Hände). Das Oberste Gericht kann das Urteil aus der vorherigen Instanz bestätigen, für ungültig erklären, die Strafen verschärfen oder abmildern. Gegen seine Entscheidung ist keine Berufung möglich.

Als die sogenannte Nóos-Affäre Ende 2011 öffentlich wurde, durchlebte Spanien gerade eine seiner schwersten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten. Das Land stand unter Schock, das Vertrauen in das Königshaus sank rapide. Im Juni 2014 schließlich dankte König Juan Carlos im Alter von 76 Jahren zugunsten seines Sohns Felipe VI. ab, um eine Erneuerung der Monarchie zu ermöglichen.

Seit der Aufdeckung des Skandals spielen Urdangarín und die einstmals beliebte Infantin keine öffentliche Rolle mehr. Auch der Krönung Felipes blieben beide fern.

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