Hierzulande lockte der seltene Venustransit viele Frühaufsteher in die Sternwarten, aber zu beobachten war das Schauspiel längst nicht in allen Landesteilen. Weitgehend freien Blick auf das astronomische Jahrhundertereignis gab es am Morgen vor allem in einem Streifen von Schleswig-Holstein über Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und weiter südlich in Teilen Sachsens, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.
An der Sternwarte von Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern verfolgten etwa 60 Himmelsgucker bei weitgehend wolkenfreiem Himmel das Naturschauspiel, das von Sonnenaufgang bis kurz vor 07.00 Uhr sichtbar war. "Wir hatten wunderbares Wetter", sagte der Vorsitzende des Vereins Greifswalder Sternwarte, Tobias Röwf. "Es war wirklich beeindruckend."
Mit etwas Glück konnten auch Astronomie-Begeisterte von Bremerhaven über das östliche Niedersachsen und Teile Sachsen-Anhalts bis hin zum westlichen Sachsen das kosmische Schauspiel beobachten, das erst im Dezember 2117 wieder zu sehen sein wird. Anders in der Westhälfte Deutschlands - hier übernahm Tief "Christiane" laut DWD den Part der Spielverderberin: Von Frankreich, den Benelux-Staaten und der Nordsee aus zogen am Morgen dichte Regenwolken nach Deutschland, die sich rasch ostwärts ausbreiteten.
Zu den vielen Astronomie-Fans ohne Beobachtungsglück zählten auch die rund 300 Besucher der Bayerischen Volkssternwarte in München. "Es gab nur einen ganz kleinen Augenblick, in dem die Sonne zu sehen war", hieß es in der Münchner Sternwarte. "Die meisten Besucher haben leider keinen Blick auf den Venustransit werfen können."
Während in Deutschland nach Sonnenaufgang nur die Schlussphase des Venustransits sichtbar war, konnten Menschen unter anderem in Ostasien und über dem westlichen Pazifik das knapp siebenstündige Ereignis in voller Länge sehen - ebenso in den nördlichen Teilen Skandinaviens, wo im Sommer die Sonne nicht untergeht.
Der Wissenschaftler Hakan Svedham von der Europäische Raumfahrtagentur ESA beobachtete das astronomische Jahrhundertereignis im norwegischen Svalbard. "Es war eine lange Nacht, aber es war sehr aufregend und besonders schön, das Ereignis zur Zeit der Mitternachtssonne zu sehen", sagte der Forscher, nachdem das Venus-Scheibchen vor der Sonne durchgezogen war.
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