In seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit Beginn des Prozesses im Oktober machte der bekennende Atheist Say der islamisch-konservativen Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip schwere Vorwürfe: "Entscheidet jetzt schon die Regierung, ob jemand an Allah glaubt oder nicht?" Unterstützer des Künstlers sehen den Prozess als Beispiel für die immer stärker werdenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit im EU-Bewerberland Türkei. Das Verfahren wird am 18. Februar fortgesetzt.
Say erneuerte in dem Interview auch seine Kritik an der in der Türkei sehr populären so genannten Arabesk-Musik mit ihren sentimentalen, orientalisch angehauchten und hin und wieder schnulzenhaften Liedern. Arabesk bestehe aus "schlechten Harmonien, schlechten Melodien" und sei "widerlich", sagte er. Nach seiner Meinung sei es wahrer Patriotismus, Arabesk abzulehnen, und Landesverrat, diese Art von Musik zu mögen. Seine öffentlich geäußerte Verachtung für die Arabesk-Musik hatte Say in den vergangenen Jahren den Vorwurf elitärer Arroganz eingebracht.
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