Berliner Unternehmer ersteigert Großteil - Auch Komiker Pocher unter den Käufern

Tennis-Trophäen von Boris Becker für 765.000 Euro zwangsversteigert

London (AFP) - Die Zwangsversteigerung von zahlreichen Trophäen und Erinnerungsstücken des deutschen Tennis-Idols Boris Becker hat 765.000 Euro eingebracht. Der Berliner Unternehmer Christian Krawinkel erwarb nach eigenen Angaben vom Freitag mehr als die Hälfte und will Becker die ersteigerten Trophäen zurückgeben. Auch der deutsche Komiker Oliver Pocher ersteigerte zwei Pokale, wie der 41-Jährige im Onlinedienst Instagram mitteilte. Mit dem Erlös aus der Auktion soll ein Teil der Schulden Beckers beglichen werden.
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Ex-Tennis-Star Boris Becker © AFP

Am teuersten wurde eine vom Edel-Juwelier Tiffany hergestellte Replik aus Silber des US-Open-Pokals von 1989 versteigert, wie Beckers Insolvenzverwalter Mark Ford mitteilte. Sie wurde demnach für 167.000 Euro verkauft. Der Komiker Pocher soll laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung 23.035 Pfund (rund 25.600 Euro) für seine beiden Glastrophäen gezahlt haben.

Nach Schätzungen des Insolvenzverwalters könnten sich die Schulden des 51-jährigen Becker auf bis zu 50 Millionen Pfund (knapp 56 Millionen Euro) belaufen. Zum Verkauf standen insgesamt 82 Objekte, darunter neben mehreren Trophäen auch Tennisschläger, Fotos, Uhren sowie ein "Bambi" des einstigen Weltranglisten-Ersten. An der Online-Versteigerung durch das britische Auktionshaus Wyles Hardy beteiligten sich 495 Bieter aus 32 Ländern.

Der Unternehmer Krawinkel ersteigerte mit 492.479 Euro mehr als die Hälfte aller Gegenstände, wie er am Freitag erklärte. "Im Rahmen einer geordneten Finanzplanung" wolle er die Trophäen Becker zurückgeben, darunter auch den "Bambi". Als Grund führte der Unternehmer die "allgegenwärtige Bankenwillkür" an, gegen die er ein Zeichen setzen wolle.

Becker war 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Die Auktion sollte bereits vor einem Jahr stattfinden, doch wurde sie damals auf Veranlassung Beckers vorläufig gestoppt.

Der dreifache Wimbledon-Sieger hatte erklärt, er genieße diplomatische Immunität. Er sei zum Sport-Attaché der Vertretung der Zentralafrikanischen Republik bei der EU in Brüssel berufen worden. Das Außenministerium des afrikanischen Staates sprach aber von einer Fälschung. Im Dezember kündigte Becker dann an, er mache nicht länger einen Diplomatenstatus geltend. Damit wurde der Weg frei für die Zwangsversteigerung.

Insolvenzverwalter Ford sagte der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die damalige Zeit für Becker: "Es war mit Sicherheit eine sehr ungewöhnliche und wahrscheinlich schwierige Zeit." Ford erklärte, die erzielten Erlöse zeigten "den weiter andauernden Anklang, den Herr Becker in der Öffentlichkeit findet".

Einige von Beckers Trophäen sind allerdings verschollen. Ford rief dazu auf, mit Informationen über den Verbleib der Trophäen an seine Firma heranzutreten. "Wir hoffen immer noch, die fehlenden Pokale zu finden", erklärte Ford, nach dessen Angaben sich darunter sechs Wimbledon-Pokale und zwei Trophäen von den Australian Open befinden.

Boris Becker hatte während seiner aktiven Zeit 49 Turniersiege errungen, darunter sechs Grand Slams, und dabei Preisgelder von insgesamt 22 Millionen Euro kassiert. Unter anderem seine teure Scheidung von seiner ersten Frau Barbara Feltus, Ärger mit dem Fiskus sowie eine Reihe von Fehlinvestitionen trieben ihn 2017 in die Privatinsolvenz. Heute konzentriert sich Becker auf seine Tennis-Aktivitäten, darunter vor allem als Kommentator.

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