Zimmerman hatte Ende Februar in Sanford im Bundesstaat Florida den 17-jährigen Trayvon Martin erschossen. Das Mitglied einer Bürgerwehr gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Jugendliche, der sich nach einem Einkauf in einem bewachten Wohngebiet auf dem Heimweg befand, war jedoch unbewaffnet. Die Polizei ließ Zimmerman seinerzeit nach einer vorübergehenden Festnahme laufen und berief sich dabei auf ein Gesetz, das den Bürgern in Florida das Recht zu schießen gibt, wenn sie sich ernsthaft bedroht fühlen.
Der Anwalt der Familie des Opfers warf Zimmerman dagegen vor, den Jugendlichen kaltblütig ermordet zu haben. Die Eltern des getöteten Jungen brachten den Fall mit einer Online-Kampagne an die Öffentlichkeit. Sie werfen den Behörden vor, gegen den weißen Schützen nicht angemessen ermittelt zu haben, weil ihr Sohn schwarz gewesen sei.
Der Fall führte zu einer heftigen Debatte über laxe Waffengesetze und Rassismus im US-Justizsystem, in die sich auch Präsident Barack Obama einschaltete. "Wenn ich einen Sohn hätte, würde er wie Trayvon aussehen", sagte Obama und rief die Nation zur "Gewissensprüfung" auf. Zehntausende Menschen forderten bei Demonstrationen die Festnahme Zimmermans. Mehr als 2,5 Millionen Menschen unterschrieben eine Petition mit der Forderung nach Gerechtigkeit in dem Fall.
"Wir wollten ganz einfach eine Festnahme - nicht mehr und nicht weniger - und wir haben sie bekommen, und ich sage danke" sagte Trayvon Martins Mutter Sybrina Fulton nach der Bekanntgabe der Anklage. "Ein Herz hat keine Farbe. Es ist nicht schwarz, es ist nicht weiß, es ist rot", betonte Fulton unter Tränen. Auch der Vater des Teenagers bedankte sich bei den vielen Unterstützern. Die Anklageerhebung sei aber "erst der Anfang", sagte Tracy Martin. "Wir werden weiter marschieren und marschieren und marschieren, bis das Richtige getan ist."
Die Sonderstaatsanwältin betonte dagegen, die Staatsanwaltschaft handle nicht auf Grund von öffentlichem Druck. Wie in jedem anderen Fall werde auf Grundlage von Fakten und der Gesetze des Bundesstaates Anklage erhoben. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben", sagte sie vor Journalisten.
Zimmermans Bruder Robert sagte dem Sender CNN, die Familie des Beschuldigten sei natürlich "enttäuscht". Die Festnahme seines Bruder habe nur eine "gute Seite": Im Gefängnis sei sein Bruder jetzt in Sicherheit.
Der Fall Trayvon Martin spaltet die USA: Laut einer Umfrage der "Washington Post" glauben 80 Prozent der Schwarzen, aber nur 38 Prozent der Weißen, dass die Tötung des Jungen ungerechtfertigt war.
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