Österreich öffnet Grenzen zu Nachbarländern - mit Ausnahme von Italien

Touristen aus Europa dürfen wieder nach Italien einreisen

Rom (AFP) - Touristen aus Europa dürfen seit Mittwoch wieder nach Italien einreisen. Nach dreimonatiger Abschottung wegen der Corona-Pandemie öffnete das Land wieder seine Grenzen für Urlauber - in der Hoffnung, die Sommer-Reisesaison noch zu retten. Auch Österreich öffnet ab Donnerstag wieder seine Grenzen zu allen Nachbarländern - Italien bleibt davon allerdings vorläufig ausgenommen. Die Bundesregierung hob die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten auf.
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Italien will den Tourismus wieder ankurbeln © AFP

Um den Tourismus wieder anzukurbeln, verzichtet Italien auf eine zweiwöchige Quarantäne für Einreisende aus Europa. Auch die Italiener selbst dürfen sich wieder landesweit frei bewegen und in andere Regionen reisen.

Für Italien ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wegen der Corona-Pandemie ist das Land in eine tiefste Rezession gestürzt. Allerdings bestehen Zweifel, ob Italien mit täglich dutzenden Corona-Neuinfektionen derzeit ein attraktives Reiseziel ist.

So läuft der Hotelbetrieb erst allmählich wieder an. Am Montag waren laut "Corriere della Sera" erst 40 der 1200 Hotels in Rom geöffnet. Ein Mitarbeiter des "Albergo del Senato" berichtete von ersten Reservierungen erst ab Mitte Juni. Nach seinen Angaben treffen zudem immer noch Absagen für den Sommer ein.

Hinzu kommen Vorbehalte in den Nachbarländern. Die Schweiz hat noch kein Datum für eine Öffnung der Grenze zu Italien genannt. Dagegen dürfen Reisende aus Frankreich, Deutschland und Österreich ab Mitte Juni wieder ungehindert in die Schweiz kommen.

Frankreich kontrolliert ebenfalls noch an der Grenze zu Italien. Am französischen Grenzposten Menton an der Côte d'Azur wurden zahlreiche Italiener abgewiesen, was für ein Hupkonzert und Empörung sorgte. Frankreich verlangt von Italienern weiter eine Bescheinigung des Arbeitgebers, dass die Einreise unerlässlich ist. Auch Länder wie Belgien und Großbritannien raten von nicht notwendigen Reisen ab.

Österreich stellt ab Donnerstag seine Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ein. Zu Italien bleiben die Beschränkungen nach den Worten von Außenminister Alexander Schallenberg hingegen bestehen. Für kommende Woche kündigte der Minister aber eine Überprüfung an. Die Regierung erwägt demnach, die Einreise aus bestimmten italienischen Regionen mit niedrigen Infektionszahlen zuzulassen.

Das Bundeskabinett in Berlin will die geltende weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten aufheben. Für die EU-Staaten, weitere Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens sowie für Großbritannien solle es stattdessen individuelle Reisehinweise geben, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Reisehinweise seien jedoch "keine Reiseeinladungen", warnte Maas. Sie könnten weiterhin von Reisen abraten.

In Italien treffen die Vorbehalte der Länder auf Unverständnis. Außenminister Luigi Di Maio mahnte, die Italiener nicht wie "Aussätzige" zu behandeln. Am Samstag hatte er angekündigt, nach Deutschland, Griechenland und Slowenien zu reisen, um für Italien als sicheres Reiseland zu werben. Mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Drian wollte sich Di Maio noch am Mittwoch in Rom treffen.

Italien ist mit mehr als 33.500 Toten eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Davor kommen nur noch die USA mit über 106.000 Todesfällen und Großbritannien mit über 39.300 registrierten Toten. Weltweit starben nach offiziellen Angaben bisher mehr als 380.400 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hatte die Regierung im Rom Anfang März eine Ausgangssperre und andere strikte Beschränkungen erlassen, die Anfang Mai schrittweise wieder gelockert wurden. Experten befürchten jedoch, dass das Ende der Reisebeschränkungen zu rasch kommt.

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