Darsteller nutzen Gipfelvorbereitungen für Auftritt

Trump und Kim als Doppelgänger bereits in Vietnam

Hanoi (AFP) - Eine Woche vor ihrem zweiten Gipfeltreffen in Vietnam sind US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereits in Hanoi angekommen - allerdings nur in Person ihrer Doppelgänger. Ein stark mit Bräunungscreme geschminkter Trump-Darsteller Russel White und Kim-Doppelgänger Howard X begrüßten sich am Freitag auf den Stufen der Oper der vietnamesischen Hauptstadt.
Trump-Doppelgänger  Russel White mit einem Kim-Kollegen Howard X Bild anzeigen
Trump-Doppelgänger Russel White mit einem Kim-Kollegen Howard X © AFP

"Wir arbeiten auf Frieden hin. Mittels Verhandlungen, im Dialog, wir wollen Nordkorea natürlich helfen", sagte der frisch frisierte Trump-Doppelgänger White. "Hoffentlich kann er über die Atomraketen hinwegsehen und die Sanktionen aufheben", äußerte der falsche Kim. Der Gipfel der echten Staatschefs findet am 27. und 28. Februar statt. Im Juni vergangenen Jahres hatten sie sich erstmals in Singapur getroffen.

Nach ihrem Auftritt wurden die beiden Doppelgänger von vietnamesischen Polizisten vernommen. Etwa zehn Polizisten tauchten in der Redaktion eines örtlichen Fernsehsenders auf, dem White und X ein Interview gaben. "Sie haben im Wesentlichen gesagt, wir sollen mit dem Doppelgängerspiel aufhören, sonst würden wir aus dem Land geworfen", sagte Howard X der Nachrichtenagentur AFP nach dem Ende der Befragung. Offenbar werde er in seinem Hotel von Polizisten in Zivil überwacht.

Die Polizei erklärte, die beiden dürften sich nur auf einer genehmigten Route und in Begleitung eines Reisebegleiters in der Stadt bewegen. Spontane öffentliche Versammlungen sind in dem kommunistischen Einparteienstaat nicht gern gesehen, der den Gipfel von Trump und Kim kommende Woche möglichst störungsfrei gestalten will.

Die beiden Männer treten als Vollzeit-Darsteller auf und verdienen damit nicht schlecht: "Das Gute an Kim ist, er macht immer etwas Interessantes, Trump ebenso", sagte Howard X, der für einen Auftritt mindestens 3500 Dollar (gut 3000 Euro) in Rechnung stellt - einmal sei er mit 15.000 Dollar entlohnt worden.

Allerdings kostet ihn die Verwandlung auch immer viel Zeit und Mühen: Drei Stunden arbeite er jedesmal an dem Kim-Look mit sorgfältig manikürten Fingernägeln, einer dicken schwarzen Hornbrille und einem Maßanzug eines Schneiders in Hongkong, wo er lebt.

Vor allem aber die Frisur mache ihm zu schaffen: "Herr Kim, bitte lassen Sie sich eine anständige Frisur machen, es nervt", sagte Howard X. Der aus Kanada stammende White braucht dagegen nach eigenen Angaben nur etwa 20 Minuten für den Trump-Style mit der Tolle und mit viel Tönungscreme im Gesicht, wobei er die Partie unter den Augen ausspart.

Beide suchen nach weiteren Doppelgängern, um ihre "Tyrannen"-Truppe zu komplettieren, wie sie sagen: Doppelgänger des russischen Präsidenten Wladimir Putin, von Chinas Xi Jinping oder Brasiliens Jair Bolsonaro sollten sich bitte melden.

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