Am Freitag waren kurz nacheinander in einem vorwiegend von Afroamerikanern bewohnten Viertel von Tulsa fünf Schwarze auf offener Straße beschossen worden, zwei von ihnen überlebten schwer verletzt. Die schwarze Gemeinde der Stadt lebte daraufhin in Angst vor weiteren Morden. An der Großfahndung nach den Schützen beteiligten sich auch Beamte der Bundespolizei FBI. In der Nacht zum Sonntag wurden die mutmaßlichen Täter, ein 19-Jähriger und ein 32-Jähriger, nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung gefasst.
Derzeit werde geprüft, ob die Taten einen rassistischen Hintergrund haben, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. US-Medienberichten zufolge wurde der Vater des 19-jährigen Verdächtigen von einem Schwarzen ermordet. Auf Facebook habe der junge Mann am Donnerstag zum zweiten Todestag des Vaters eine rassistische Äußerung verbreitet.
FBI-Agent James Finch sagte auf einer Pressekonferenz, noch sei es "viel zu früh", die Mordserie als rassistisches Verbrechen zu bezeichnen. "Wir müssen die Informationen noch analysieren und die Motive in dem Fall verstehen." Auch der Polizeichef von Tulsa, Chuck Jordan, sagte, dass es noch keine Beweise für Rassismus als Tatmotiv gebe.
Die Mordserie kommt inmitten einer Debatte über Rassismus und laxe Waffengesetze in den USA, die durch den Tod eines afroamerikanischen Teenagers in Florida ausgelöst worden war. Der 17-jährige Trayvon Martin war Ende Februar in Sanford von einem Mitglied einer Bürgerwehr erschossen worden. Die genauen Umstände sind noch unklar: Der Schütze George Zimmerman gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Teenager war unbewaffnet.
Zehntausende Menschen forderten bei Demonstrationen die Festnahme Zimmermans, der sich weiter auf freiem Fuß befindet. Der Tod des Jugendlichen warf auch ein Schlaglicht auf das umstrittene "Stand Your Ground"-Gesetz (Weiche nicht zurück), das den Bürgern in Florida ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt.
Noch keine Kommentare vorhanden