(np) - 15 Millionen Frühchen kommen jährlich auf die Welt. 1,1 Millionen davon sterben. Dabei könnten viele dieser Kinder mit einfachen Mitteln gerettet werden. Dies offenbart der erste Frühgeborenen-Report der Vereinten Nationen.
Weltweit kommt im Schnitt jedes zehnte Kind vor der 38. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, werden jedes Jahr 15 Millionen Babys zu früh geboren, davon sterben weltweit jedes Jahr 1,1 Millionen. Dies geht aus dem Bericht des ersten umfassenden Frühgeborenen-Reports hervor, der am Mittwoch in London vorgestellt wurde. Mehr als 100 Forscher aus 40 Universitäten waren an dem Report beteiligt. "Es ist das erste Mal, dass wir Schätzungen für alle Gegenden der Welt vorlegen können", so die Südafrikanerin Joy Lawn. „Frühgeburten sind die zweithäufigste Todesursache für Säuglinge nach Lungenentzündungen.“
In Industrieländern wie Deutschland gelten vor allem ältere Mütter und Wohlstandserscheinungen wie Bluthochdruck und Rauchen als Hauptgrund für Frühgeburten. Deutschland steht laut Report mit 9,2 Frühchen pro 100 Geburten schlechter da als viele seiner Nachbarstaaten und kommt damit international auf Rang 79.
Mit 18,1 Prozent hat Malawi in Südostafrika die höchste Quote an Frühgeburten, die niedrigste Weißrussland mit 4,1 Prozent.
Eines haben fast alle der 65 genauer untersuchten Länder gemeinsam: "Die Zahlen steigen", so Lawn.
Neben Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht und Bluthochdruck sowie späte Mutterschaften in den Industrieländern zählen vor allem Mangel an Hygiene, fehlender Schutz vor Infektionen und schlechtes medizinisches Wissen in den Entwicklungsländern zu den Gründen von Frühgeburten.
Dabei könnten durch einfachste Maßnahmen 75 Prozent der Kinder gerettet werden. Als Beispiel wird das sogenannte Känguru-Mutter-Modell angeführt. Müttern wird dabei gezeigt, wie sie ihr Neugeborenes auf der Brust tragen, damit es nicht auskühlt. Eine Spritze, die Müttern vor der Geburt verabreicht wird, kann Lungenprobleme von Frühgeborenen bekämpfen. Sie kostet gerade einmal einen Dollar.
"Was mit Kindern passiert, die zu früh zur Welt kommen, hängt im hohen Maße davon ab, wo sie geboren werden", so Lawn "Kinder, die in Afrika oder Südasien nur acht Wochen zu früh kommen, haben ein viel größeres Risiko zu sterben"
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