Fahrdienstvermittler veröffentlicht erstmals Sicherheitsbericht

Uber registriert in den USA in zwei Jahren fast 6000 Fälle sexueller Gewalt

San Francisco (AFP) - Der Fahrdienstvermittler Uber hat in den USA innerhalb von zwei Jahren fast 6000 Fälle sexueller Gewalt registriert, darunter 464 Vergewaltigungen. Hinzu kamen 587 versuchte Vergewaltigungen, wie es in einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Sicherheitsbericht des Unternehmens heißt. Es ist das erste Mal, dass Uber Übersichtszahlen zu Gewalttaten herausgibt.
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Logo des US-Fahrdienstes Uber © AFP

Die Angaben beziehen sich auf die Jahre 2017 und 2018. 2017 verzeichnete der Fahrdienst demnach zehn tödliche Angriffe, 2018 waren es neun. Acht Todesopfer waren Fahrgäste, sieben waren Fahrer und vier weitere nicht direkt Beteiligte. Die Fälle sexueller Gewalt und Übergriffe machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, erklärte Uber. Doch selbst wenn sie selten seien, bedeute jeder gemeldete Fall "eine sehr schmerzhafte Erfahrung". Selbst ein einzelner gemeldeter Fall sei "ein Fall zu viel".

Uber wies darauf hin, dass auch Fahrer Opfer von Gewalt würden. Die Gesamtzahlen seien aber angesichts einer Anzahl von vier Millionen Fahrten täglich in den USA gering.

Der Fahrdienstvermittler und sein größter Konkurrent in den USA, Lyft, stehen zunehmend unter öffentlichem Druck. Die Zahl der Klagen von Frauen, die als Nutzerinnen der Fahrdienstvermittler Opfer sexueller Gewalt wurden, nimmt zu.

Am Mittwoch reichten 20 Frauen in San Francisco Klage gegen Lyft ein, die in von Lyft vermittelten Fahrzeugen vergewaltigt oder sexuell attackiert wurden. 14 ähnliche Klagen waren bereits im September eingereicht worden.

Als eine Abhilfe-Maßnahmen richteten Uber und Lyfte auf ihren Apps Notknöpfe ein. Der Opfer-Anwalt Mike Bomberger aus San Francisco bezeichnete diese jedoch als "Witz". Wer gerade Opfer von sexueller Gewalt werde, greife nicht zum Handy, sagte Bomberger. Er forderte, alle Fahrten müssten elektronisch erfasst werden. Sei ein Fahrer als verhaltensauffällig gemeldet worden, müsse seine Fahrberechtigung erlöschen.

Wegen Sicherheitsbedenken hatte die Londoner Verkehrsbehörde Uber Ende November zum zweiten Mal seit 2017 die Lizenz für die britische Hauptstadt verweigert. Unter anderem führte sie auf, dass in 14.000 Fällen Fahrer ihre Zulassungen einfach Freunden oder Verwandten überlassen hätten. Uber legte gegen die Entscheidung Beschwerde ein.

Der Taxiverband Deutschland schloss unterdessen Probleme in einer ähnlichen Größenordnung bei Taxifahrten aus. Es gebe zwar keine Statistiken, sagte Verbandssprecher Matthias Schmidt. Taxifahrer müssten aber ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, was immer wieder überprüft werde. Er wies darauf hin, dass der Anbieter Uber in Deutschland nicht so stark präsent sei.

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