Heidelberg (jk) - In einer Versuchsreihe mit Mäusen kam heraus, dass nicht allein übermäßiges Sonnenbaden für den gefährlichen Hautkrebs verantwortlich ist.
In Studien fanden Krebsforscher heraus, dass der Erreger ein sogenannter humaner beta-Papillomavirus (HPV) ist, der zur Verwandtschaftsgruppe von HPV-16 und 18, den Auslösern von Gebärmutterhalskrebs gehört.
Lutz Gissmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg erklärt, dass „die beta-Papillomaviren die Hautzellen anfälliger für schädliche UV-Strahlung“ machen und so „ursächlich an der Krebsentstehung beteiligt“ seien.
In den Versuchen bekamen nur die Mäuse Hautkrebs nach der Bestrahlung mit UV-Licht, welche in ihre Hautzellen zwei Gene der beta-Papillomaviren injiziert bekommen hatten.
Die Viren fördern somit erwiesenermaßen den weißen Hautkrebs und es könnte künftig über eine Impfung gegen den weißen Hautkrebs nachgedacht werden.
Seit längerem bestehen Zweifel, dass Sonnenlicht als alleiniger Auslöser für die Enstehung von Hautkrebs in Frage kommt. Menschen, die sich einer Transplantation unterziehen mussten, erkranken hundertmal häufiger an weißem Hautkrebs als Menschen, die sich in einem gesunden Maß der Sonnenstrahlung im Alltag oder auf Reisen aussetzen. Für Gissmann liegt somit nahe „dass auch ein infektiöser Erreger an der Krebsentstehung beteiligt sei“.
Die Virusgene E6 und E7 sind bereits als Ursache für die Entartung von Zellen zu Krebszellen erforscht. In den Studien wurde ersichtlich, dass die obere Hautschicht der infizierten Versuchstiere stärker wucherte, jedoch keine Tumore aufwies. Erst nach der Bestrahlung mit UV-Licht entstanden die typischen „Lichtschwielen“.
Prof. Dr. Lutz Gissmann war bereits an der Entwicklung des Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs im Jahr 2006 beteiligt und fasste die Ergebnisse so zusammen, dass das Forscher „aus den bisherigen Erfahrungen mit diesen Vakzinen wissen, dass die Impfung gegen Infektionen mit Papillomviren schützt. So könnte auch ein Impfstoff gegen die beta-Papillomviren weißem Hautkrebs vorbeugen“ sagte er in einer Pressemitteilung des Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
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