Weitere Ex-Schauspielerin berichtet von Missbrauch durch Hollywood-Produzenten

Zeitung: Weinstein lässt über Anwälte Herausgabe von Unterlagen verhindern

London (AFP) - Der mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte US-Filmproduzent Harvey Weinstein lässt nach Informationen der "Financial Times" über seine Anwälte die Herausgabe womöglich brisanter Unterlagen über seine Person verhindern. Wie die britische Zeitung am Freitag berichtete, liegt ihr ein Schriftwechsel zwischen Weinsteins Anwälten und zwei führenden Mitarbeitern der Weinstein Company vor. Unterdessen berichtete eine weitere ehemalige US-Schauspielerin, Weinstein habe sie angegriffen und sexuell missbraucht.
Ehemalige Schaupielerin Heather Kerr (r.) mit Anwältin  Bild anzeigen
Ehemalige Schaupielerin Heather Kerr (r.) mit Anwältin © AFP

Laut "Financial Times" versuchten die Beschäftigten der Produktionsfirma, Lance Maerov und Tarak Ben Ammar, vergeblich, Einsicht in die Unterlagen zu bekommen. Sie vermuten dem Bericht zufolge, dass die Dokumente "explosives" Material und weitere Anschuldigungen gegen Weinstein enthalten. Die Zeitung zitiert eine Erklärung der Anwaltskanzlei der beiden Mitarbeiter. Darin heißt es, dass Weinstein eine ganze "Armada von Anwälten" engagiere, um die Unterlagen unter Verschluss zu halten, spreche Bände.

Der 65-jährige Weinstein soll über Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Rund 40 Frauen haben sich inzwischen mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, unter ihnen die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens sechs Frauen werfen Weinstein Vergewaltigung vor.

Am Freitag berichtete auch die 56-jährige ehemalige Schauspielerin Heather Kerr, Weinstein habe sie angegriffen und sexuell missbraucht. Dies sei bei einem privaten Treffen vor etwa 30 Jahren geschehen, sagte Kerr während einer Pressekonferenz in Begleitung ihrer Anwältin Gloria Allred. Kerr, die in den 80er Jahren mit der US-Sitcom "The Facts of Life" bekannt wurde, brach bei der Schilderung des Vorgangs zusammen.

In den USA und in Großbritannien laufen Ermittlungen. Der einst mächtige Hollywood-Produzent hat inzwischen alle Posten in der von ihm mitgegründeten Produktionsgesellschaft aufgeben müssen.

Ein Weinstein-Vertrauter sagte unterdessen der Promi-Website "TMZ", der Produzent habe im US-Bundesstaat Arizona ein einwöchiges Programm für die Therapie von Sexsüchtigen abgeschlossen. Er bleibe nun noch etwa einen Monat in Arizona, um die Arbeit mit seinen Ärzten fortzusetzen. Weinsteins leitender Psychologe sagte der Website mit dessen Einverständnis, sein Klient mache Fortschritte.

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