Der Zugang zum Verteidigungsministerium ist weiterhin von Soldaten und Panzern abgesperrt. Wie ein Armeevertreter mitteilte, wurde für die Nacht zu Sonntag erneut eine Ausgangssperre von 23.00 bis 06.00 Uhr verhängt. Den Inhaftierten wurden nach Angaben der Militärstaatsanwaltschaft Angriffe auf Militärpersonal und die Behinderung der Arbeit der Armee vorgeworfen. Wie aus Militärkreisen verlautete, befanden sich darunter auch neun Journalisten.
Bei den Auseinandersetzungen im Stadtteil Abbassija waren am Freitag nach Angaben der Armee ein Soldat getötet und 296 Menschen verletzt worden. Ärzte sprachen von zwei Toten. An der Beerdigung des getöteten Soldaten nahmen am Samstag auch der Vorsitzende des Obersten Militärrats, Hussein Tantawi, und sein Stellvertreter Sami Anan teil. Bei dem Toten handelte es sich nach Angaben seiner Kameraden um einen 1986 geborenen Angehörigen einer Eliteeinheit.
Die Demonstranten hatten nahe des Verteidigungsministeriums gegen den Militärrat demonstriert, der nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen hatte. Sie warfen dem Rat vor, die Präsidentschaftswahl am 23. und 24. Mai manipulieren zu wollen. Der Militärrat hat angekündigt, die Macht nach der Wahl an eine zivile Regierung abgeben zu wollen. Jedoch wurden im Vorfeld zahlreiche Kandidaten von der Teilnahme ausgeschlossen.
In einer Mitteilung bezeichnete die vom Militärrat ernannte Übergangsregierung die Proteste am Freitagabend als "ungerechtfertigt", da das Militär wiederholt die Machtübergabe an eine Zivilregierung zugesichert habe. Die staatliche Zeitung "Al-Gomhurija" rief die Demonstranten auf, wieder auf den Tahrir-Platz in Kairo zurückzukehren, wo die Proteste vergangenes Jahr begonnen hatten.
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