Ai Weiwei erhält immer wieder Einladungen von renommierten Einrichtungen im Ausland. So war er kürzlich zur Eröffnung eines Pavillons in der Serpentine Gallery in London eingeladen, seit dem vergangenen Jahr besteht eine Einladung zu einer Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin und im Oktober soll er eine Ausstellung seiner Werke im Hirshhorn-Museum in Washington eröffnen.
Der Dissident hatte am Donnerstag der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass die Bewährungsauflagen zwar ausgelaufen seien, dass ihm aber eine Anordnung überreicht wurde, wonach er das Land nicht verlassen dürfe. "Sie haben mir meinen Pass nicht wiedergegeben." Ai stellte klar, dass eine Ausreise für ihn nicht bedeuten würde, ins Exil zu gehen.
Den Einsatz für die Bürgerfreiheiten in der Volksrepublik China verglich Ai Weiwei mit dem Kampf gegen eine "große Maschine". "Wie sehr sie auch immer falsch liegen, sie bürden dir die ganzen Lasten auf - die Kosten, den Energieverschleiß und den Willensaufwand." Einerseits stehe für ihn fest, dass die chinesische Gesellschaft sich verändern müsse. Zugleich fühle er sich aber, als stünde er "mit dem Rücken zur Wand". Alles, was er erreichen könne, sei, "das Bewusstsein zu schärfen".
Dem international angesehenen Künstler war es ein Jahr lang untersagt, die Hauptstadt Peking zu verlassen. Das war die Auflage, mit der er am 22. Juni 2011 aus der Haft freikam. Zuvor war der Regierungskritiker wegen angeblicher Steuerhinterziehung 81 Tage lang an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Gegen Ai laufen weitere Ermittlungen. Ihm werden unter anderem die Verbreitung von Pornografie im Internet und eine außereheliche Beziehung zur Last gelegt.
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