Zehn Kinder unter den Opfern - Drei Zivilisten bei Vergeltungsangriffen getötet

Aktivisten: 15 Zivilisten bei russischen Luftangriffen in Syrien getötet

Beirut (AFP) - Bei russischen Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Dienstag 15 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien zehn Kinder, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Kampfjets attackierten demnach mehrere Dörfer in den Provinzen Aleppo und Idlib, die zum Teil von islamistischen Milizen kontrolliert werden. Nach Angaben syrischer Staatsmedien wurden bei Vergeltungsangriffen der Rebellen drei Zivilisten getötet.
Ein Junge auf den Trümmern seines Hauses in Kfar Taal Bild anzeigen
Ein Junge auf den Trümmern seines Hauses in Kfar Taal © AFP

Unter den Todesopfern der russischen Angriffe in der Provinz Aleppo waren laut Beobachtungsstelle acht Mitglieder einer einzigen Familie, die in dem Dorf Kfar Taal in einem Haus Zuflucht vor den Angriffen gesucht hatten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Sana feuerten Rebellen und Dschihadisten später Raketen auf die von den Regierungstruppen kontrollierte Provinzhauptstadt Aleppo ab und töteten dabei drei Zivilisten.

In Kfar Taal waren am Montag bereits drei Mädchen bei Luftangriffen getötet worden. Aleppo grenzt an die letzte syrische Rebellenhochburg Idlib. Dort sollte vor knapp zwei Wochen eigentlich eine Waffenruhe in Kraft treten, auf die sich Russland und die Türkei geeinigt hatten. Moskau steht im Syrien-Konflikt an der Seite der Regierungstruppen, Ankara unterstützt die gegen die Regierung kämpfenden Rebellen.

Trotz der vereinbarten Waffenruhe hatten die Regierungstruppen in der vergangenen Woche ihre Offensive fortgesetzt und waren bis auf wenige Kilometer auf eine strategisch wichtige Stadt im Süden von Idlib vorgerückt.

Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Angesichts des Vormarsches der Regierungstruppen sind in Idlib hunderttausende Menschen auf der Flucht.

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