Libanon macht Israel für Drohnenexplosion in Beirut verantwortlich

Aktivisten: Hisbollah-Kämpfer und Iraner durch Angriff Israels in Syrien getötet

Beirut (AFP) - Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zu Sonntag Ziele im Nachbarland Syrien bombardiert. Bei dem Angriff in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zwei Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz und ein iranischer Kämpfer getötet. Der Iran dementierte, dass seine Stellungen getroffen worden seien. In der libanesischen Hauptstadt Beirut wurde ein Medienzentrum der Hisbollah beschädigt. Die libanesische Regierung machte auch für diesen Angriff Israel verantwortlich.
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Schäden im Hisbollah-Medienzentrum im Süden Beiruts © AFP

Ziel des Luftwaffeneinsatzes im syrischen Akraba war es nach Angaben eines israelischen Militärsprechers, einen geplanten Drohnenangriff auf Ziele in Nordisrael zu vereiteln. Demnach wurden "eine Reihe von terroristischen Zielen und Militäreinrichtungen der Kuds-Truppen sowie von Schiiten-Milizen" angegriffen.

Die syrische Armee erklärte, ihre Luftabwehr habe in der Nähe von Damaskus mehrere "israelische Geschosse" abgewehrt, die von den Golan-Höhen aus abgefeuert worden seien. Die meisten israelischen Raketen seien abgeschossen worden, bevor sie ihre Ziele erreicht hätten, berichteten die syrischen Staatsmedien unter Berufung auf die Armee.

Der Iran widersprach der israelischen Darstellung, wonach eine Militäreinrichtung seiner Al-Kuds-Brigaden getroffen worden sei. "Das ist eine Lüge und es ist nicht wahr", sagte Mohsen Resaie, Chef des iranischen Schlichtungsrats und ehemaliger hochrangiger Kommandeur der Revolutionsgarden, der Nachrichtenagentur Ilna. Weder Israel noch die USA seien in der Lage, iranische Einrichtungen anzugreifen. Die Al-Kuds-Brigaden sind die Elitetruppe der Garden für Auslandseinsätze.

Israel hat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien bereits zahlreiche Luftangriffe auf Ziele im Nachbarland geflogen. Die Angriffe gelten zumeist Stützpunkten des mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad verbündeten Iran und der Hisbollah-Miliz. Israel befürchtet einen wachsenden Einfluss seines Erzfeinds Iran in Syrien und begründet die Raketenangriffe mit seinem Recht auf Selbstverteidigung.

Für zusätzliche Spannungen sorgte ein Vorfall im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut. Nach Angaben der libanesischen Armee verletzten zwei israelische Drohnen den libanesischen Luftraum. Eine Drohne sei abgestürzt, die andere sei in der Luft explodiert und habe "schwere materielle Schäden" verursacht.

Hisbollah-Sprecher Mohammed Afif sagte der libanesischen Nachrichtenagentur Ani, die erste Drohne habe keine Schäden verursacht, die zweite habe Sprengstoff transportiert und ein Medienzentrum der Hisbollah "schwer beschädigt". Die Hisbollah werde die nicht explodierte Drohne untersuchen, kündigte Afif an.

Der libanesische Regierungschef Saad Hariri richtete scharfe Worte an Israel. Er sprach von einem "unverhohlenen Angriff auf die Souveränität" seines Landes. Dieser stelle eine "Bedrohung für die regionale Stabilität" dar und sei ein Versuch, "stärkere Spannungen" herbeizuführen.

Die Hisbollah steht seit vielen Jahren im Kampf gegen Israel. Bei einem 33-tägigen Krieg im Jahr 2006 wurden im Libanon 1200 und in Israel 160 Menschen getötet.

Israel und der Libanon befinden sich offiziell bis heute im Kriegszustand. Beirut wirft dem Nachbarland regelmäßig vor, mit Drohnen oder Flugzeugen in seinen Luftraum einzudringen.

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