Kieler SPD-Spitzenkandidat für späte Entscheidung

Albig offen für Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten

Berlin (AFP) - Der schleswig-holsteinische SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig ist offen für eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten. Albig verwies in "Handelsblatt Online" auf die guten Erfahrungen, die er in Schleswig-Holstein mit einer solchen Wahl gemacht habe. "Das war nicht so schlecht. Es hat die Partei gestärkt und nicht geschwächt."
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Albig © AFP

Der SPD-Politiker riet seiner Partei allerdings mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst 2013, "so spät als möglich" für Klarheit in der Kandidatenfrage zu sorgen. "Am besten Anfang nächsten Jahres. Denn wir brauchen jetzt kein Duell mit der Kanzlerin", sagte Albig. Wichtig sei vielmehr, "dass wir gemeinsam mit den Grünen deutlich machen, dass es eine klare Regierungsalternative zu Schwarz-Gelb gibt". Zugleich warb er für Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück: "Wäre morgen Bundestagswahl, wäre er sicher der beste Kandidat." Albig war vor seinem Wechsel nach Kiel Steinbrücks Sprecher in Berlin.

Zuvor hatten sich bereits andere SPD-Landespolitiker für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten ausgesprochen, darunter der niedersächsische SPD-Vorsitzende Stephan Weil. Weil selbst war per Urwahl der Basis zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Januar 2013 bestimmt worden.

Auf Landesebene ist die Urwahl von SPD-Spitzenkandidaten durchaus gebräuchlich, auf Bundesebene gab es bislang nur eine einzige Urabstimmung. Im Mai 1993 war Björn Engholm als Parteichef, SPD-Kanzlerkandidat und schleswig-holsteinischer Ministerpräsident zurückgetreten. Im Juni 1993 setzte sich Rudolf Scharping in einer Urwahl gegen Gerhard Schröder sowie die SPD-Linke Heidemarie Wieczorek-Zeul als neuer Parteichef durch. Damit war auch die Vorentscheidung für die Kanzlerkandidatur gefallen. Bei der Bundestagswahl im Oktober 1994 scheiterte Scharping allerdings gegen CDU-Amtsinhaber Helmut Kohl.

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