Nawalny und Udalzow scheinen sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefern zu wollen, nachdem die Sicherheitskräfte mit Massenfestnahmen gegen die Anti-Putin-Proteste am Sonntag vorgegangen waren. "Wir haben dieselbe Strategie. Wir ziehen immer weiter, keine Zusammenstöße mit der Polizei", sagte Nawalny vor Journalisten am geplanten neuen Protestort im Osten der russischen Hauptstadt. "Sie können nicht jeden festnehmen."
Die Aktivisten hatten die Nacht zum Dienstag gemeinsam mit hunderten Demonstranten im Bezirk Kitai Gorod unweit des Kreml unter freiem Himmel verbracht, um gegen den am Montag als Präsident vereidigten Putin zu protestieren. Die Aktion, bei der die Teilnehmer auf lautstarke Parolen verzichteten, ging am Dienstagvormittag zunächst mit rund hundert Teilnehmern weiter. Bis zum Mittag nahmen Anti-Aufruhr-Einheiten rund 20 Demonstranten fest, um das Protestcamp aufzulösen.
Putins Rückkehr in den Kreml war Anfang März mit einer umstrittenen Präsidentschaftswahl ermöglicht worden. Der neue Staatschef will nun seinen Amtsvorgänger Dmitri Medwedew zum Ministerpräsidenten machen. Die Duma, das Unterhaus des russischen Parlaments, bestätigt dessen Ernennung vermutlich noch am Dienstag.
Vorher wollen die Abgeordneten am Nachmittag zu Anhörungen zusammenkommen, an denen Medienberichten zufolge neben Medwedew auch Putin teilnehmen will. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge versuchen Kreml-Vertreter trotz der sicheren Mehrheit für Medwedew noch weitere Parlamentarier von einem Votum für den Kandidaten Putins zu überzeugen, um ein möglichst eindrucksvolles Ergebnis zu erreichen.
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