Laut "SZ" ist damit zu rechnen, dass die Bundesanwaltschaft bis Mitte August zumindest einen Entwurf der Anklage fertiggestellt haben will. Vermutlich werde die Terrorverdächtige Beate Zschäpe, der bisher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung vorgeworfen werde, auch wegen Mordversuchs angeklagt.
Die 37-jährige Zschäpe, die mit den mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos über ein Jahrzehnt im Untergrund gelebt haben soll, hatte nach dem Tod der beiden Männer im vergangenen November die gemeinsame Wohnung in Zwickau angezündet. Eine 89 Jahre alte Nachbarin war der "SZ" zufolge noch in ihrer Wohnung, als das Feuer ausbrach. Eine Wand hinter ihrem Sofa wurde demnach durch die Explosion verschoben und hätte offenbar einstürzen können.
Zschäpe soll mit Böhnhardt und Mundlos die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet haben. Der jahrelang unentdeckt gebliebenen Neonazi-Zelle werden neun Morde an Migranten, ein Mord an einer Polizistin sowie zwei Sprengstoffanschläge in Köln zur Last gelegt. Wegen dieser Morde muss Zschäpe laut "SZ" mit einer Anklage wegen Beihilfe oder aber Mittäterschaft rechnen.
Neben Zschäpe sitzen derzeit zwei mutmaßliche Helfer der Neonazi-Zelle weiterhin in U-Haft. Drei weitere mutmaßliche Helfer waren in den vergangenen Tagen auf freien Fuß gekommen. Diesen sechs Beschuldigten soll laut "SZ" demnächst der Prozess gemacht werden.
Die Bundesanwaltschaft teilte dazu lediglich mit, die Ermittlungen dauerten an. Es gebe im Ermittlungskomplex NSU weiter insgesamt 13 Beschuldigte, sagte eine Sprecherin in Karlsruhe. Drei säßen in Untersuchungshaft. "Zu weiteren Details äußern wir uns nicht."
Nach Informationen der "SZ" zeichnet sich eine Einstellung der Verfahren gegen die sieben Verdächtigen ab, gegen die keine Haftbefehle erlassen wurden. Von den verbleibenden sechs Beschuldigten solle einer voraussichtlich vor einer Jugendstrafkammer angeklagt werden, da er zur Tatzeit 19 Jahre alt war. Die übrigen fünf Beschuldigten einschließlich Zschäpe sollten vermutlich vor dem Oberlandesgericht (OLG) München angeklagt werden, berichtete die Zeitung weiter. Auch das OLG Düsseldorf sei noch im Gespräch, da es über den größten Sitzungssaal aller deutschen Oberlandesgerichte verfüge.
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