Verfahren vor UN-Tribunal beginnt wie geplant Mittwoch
Antrag von Mladic auf Richteraustausch abgelehnt
Den Haag (AFP) - Der Prozess um Völkermord und Kriegsverbrechen gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic beginnt wie geplant am Mittwoch. Wie das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag mitteilte, lehnte Gerichtspräsident Theodor Meron den von dem Angeklagten beantragten Austausch des Vorsitzenden Richters Alphons Orie in dem Verfahren ab. Mladic hatte Zweifel an der Unparteilichkeit des Niederländers geltend gemacht. Zur Begründung führten seine Anwälte an, dass Orie an dem Gericht bereits mehrere Untergebene von Mladic verurteilt habe.
Mladic vor Gericht in Den Haag
© AFP
Mladic war Ende Mai 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien gefasst und an das UN-Gericht überstellt worden. Der 70-Jährige muss sich dort wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges zwischen 1992 und 1995 verantworten. Ihm wird insbesondere seine Rolle beim Massaker an tausenden muslimischen Männern und Jungen in Srebrenica im Juli 1995 zur Last gelegt.
Außerdem muss er sich wegen Verbrechen bei der Belagerung von Sarajevo ab Mai 1992 und in anderen Orten Bosnien-Herzegowinas sowie bei der Geiselnahme von UN-Blauhelmen verantworten.
Artikel vom 15.05.2012
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