Afghanistans Präsident benennt zwölfköpfiges Verhandlungsteam

Aufrufe zu direkten Friedensgesprächen bei UN-Afghanistan-Konferenz in Genf

Genf (AFP) - Mit eindringlichen Aufrufen zu direkten Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban hat am Mittwoch in Genf eine UN-Konferenz zur Lage in Afghanistan begonnen. Es sei dringlicher als je zuvor eine politische Lösung des Konflikts zu finden, mahnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer Botschaft an die Teilnehmer. "Wir haben vielleicht die seltene Chance zu direkten Friedensgesprächen; diese dürfen wir nicht verpassen".
Präsident Aschraf Ghani auf der Genfer Konferenz
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Präsident Aschraf Ghani auf der Genfer Konferenz © AFP

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani verkündete, seine Regierung habe bereits einen Fahrplan für direkte Gespräche mit den Taliban ausgearbeitet sowie ein zwölfköpfiges Verhandlungsteam aus Männern und Frauen benannt. Leiter ist demnach Ghanis Stabschef und enger Vertrauter Abdul Salam Rahimi. Seine Regierung strebe ein Friedensabkommen an mit den Taliban als Teil einer demokratischen Gesellschaft, die niemanden ausschließe, sagte Ghani.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mahnte, Afghanistan befinde sich an einem "kritischen Moment in seiner Geschichte". Es sei höchste Zeit für den Beginn "konkreter Gespräche". Der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis sagte, sein Land stehe als Gastgeber für Gespräche bereit.

Seit Monaten überziehen die radikalislamischen Taliban und der Islamische Staat (IS) Afghanistan mit einer Welle der Gewalt. Gleichzeitig verstärkt Washington mit der Unterstützung anderer Länder wie etwa Pakistan und Saudi-Arabien seine Bemühungen, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen. Parallel dazu hat Russland eine eigene Friedensinitiative gestartet.

Vertreter der islamistischen Miliz sprechen seit Juli mit den USA über ein Ende der Gewalt am Hindukusch. Mitte November erklärte der US-Sonderbeauftragte Zalmay Khalilzad, er hoffe auf eine Friedens-Einigung binnen fünf Monaten.

Bislang allerdings lehnen die Taliban direkte Gespräche mit der Regierung in Kabul strikt ab. Sie seien lediglich zu Verhandlungen mit den USA über einen Abzug aller ausländischen Streitkräfte bereit, bekräftigte ihr Sprecher Mohammed Abbas Staniksai nach der Moskauer Konferenz Anfang November.

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