Zugleich forderte Bahr nach der Aufdeckung von Betrügereien bei der Verteilung von Spenderorganen erneut Konsequenzen für die Betroffenen und für die Verfahrensregeln. Manipulationen der Warteliste dürften nicht akzeptiert werden, sagte Bahr. "Wir brauchen harte Regeln." Dies sei zunächst vor allem Aufgabe der Selbstverwaltung von Ärzteschaft und Kassen. Die dort diskutierten Maßnahmen werde sich sein Ministerium genau anschauen. Nur wenn es letzten Endes doch keine Konsequenzen gebe, "wird die Politik sich einmischen müssen", sagte Bahr.
An der Universitätsklinik Göttingen soll ein Transplantationsmediziner in großem Stil Krankenakten manipuliert haben, um bestimmten Patienten bevorzugt eine Spenderleber zu verschaffen. Es sollen unter anderem Laborwerte manipuliert und Dialyseprotokolle gefälscht worden sein, um zum Beispiel neben der Lebererkrankung auch noch Nierenprobleme vorzutäuschen. Dies verbessert die Position auf der Warteliste, die für die Zuteilung eines Spenderorgans relevant ist. Der Skandal hat auch eine Debatte über eine zusätzliche Kontrollinstanz für die Überprüfung von Patientendaten nach dem Vier-Augen-Prinzip ausgelöst.
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