Trumps Ex-Chefstratege attackiert auch dessen Schwiegersohn Kushner

Bannon wirft Trumps Sohn wegen Treffen mit russischer Anwältin Verrat vor

Washington (AFP) - Der frühere Chefstratege im Weißen Haus, Steve Bannon, hat den ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin mitten im Präsidentschaftswahlkampf scharf attackiert. Die Begegnung im New Yorker Trump Tower im Juni 2016, an der auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilnahmen, sei "verräterisch" und "unpatriotisch" gewesen, zitierte die britische Zeitung "The Guardian" Bannon am Mittwoch.
Steve Bannon mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner Bild anzeigen
Steve Bannon mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner © AFP

"Die drei wichtigsten Vertreter der Kampagne dachten, dass es eine gute Idee sei, eine ausländische Regierung im Konferenzraum in der 25. Etage des Trump Towers zu treffen - ohne Anwälte", sagte Bannon laut dem Bericht dem Buchautor Michael Wolff. "Selbst wenn man davon ausgeht, dass dies nicht verräterisch oder unpatriotisch oder eine Dummheit war - und ich ich denke zufällig, dass es all dies ist - hätte man sofort das FBI rufen müssen."

Die Aussagen stammen aus einem neuen Buch über Trumps Präsidentschaft ("Fire and Fury: Inside the Trump White House"), das kommende Woche erscheint. Trump Jr hatte sich auf das Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja eingelassen, nachdem ihm brisantes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton in Aussicht gestellt wurde.

Präsident Trump steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams enorm unter Druck. Mit der Affäre befasst sich unter anderem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen führten bereits zu einer Anklage gegen Trumps zeitweiligen Wahlkampfleiter Manafort. Ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seiner Lobbyistentätigkeit für pro-russische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen.

Nach Einschätzung Bannons, der im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet wurde und ein Jahr später das Weiße Haus verlassen musste, stehen illegale Finanzgeschäfte im Zentrum von Muellers Ermittlungen. "Es dreht sich alles um Geldwäsche", sagte er laut dem "Guardian"-Bericht. Auch die Millionen-Kredite der Deutschen Bank für Trumps Schwiegersohn Kushner seien Teil der Ermittlungen. Dessen Finanzgeschäfte bezeichnete er als "schmierig".

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder