Gericht ordnet Untersuchungshaft für Wong, Lam und Chow an

Bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivisten bekennen sich in Prozess schuldig

Hongkong (AFP) - Drei bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivisten haben sich vor Gericht des Aufrufs und der Teilnahme an unerlaubten Protesten für schuldig bekannt. Joshua Wong, Ivan Lam und Agnes Chow räumten die Vorwürfe zum Prozessauftakt am Montag ein. Ihnen droht eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Das Gericht ordnete Untersuchungshaft bis zur Urteilsverkündung am 2. Dezember an. "Haltet durch! Ich weiß, dass es für euch schwieriger ist, da draußen zu bleiben", rief Wong bei seiner Abführung.
Drei bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivisten bekennen sich schuldig Bild anzeigen
Drei bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivisten bekennen sich schuldig © AFP

Er habe sich wie seine Mitangeklagten Ivan Lam und Agnes Chow dazu entschieden, "in allen Anklagepunkten auf schuldig zu plädieren", hatte der 24-jährige Wong kurz vor Prozessbeginn zu Journalisten vor dem Gerichtsgebäude gesagt. "Wir werden weiter für die Freiheit kämpfen und jetzt ist nicht die Zeit für uns, vor Peking zu kuschen und aufzugeben."

Die drei bekannten Demokratie-Aktivisten sind wegen einer Protestkundgebung vor der Hongkonger Polizeizentrale im Juni 2019 angeklagt. Wong bekannte sich der Anstiftung und Organisation einer illegalen Versammlung für schuldig. Auch seine Mitangeklagten bekannten sich schuldig, zu der Kundgebung angestiftet zu haben, während Chow außerdem einräumte, daran teilgenommen zu haben.

Die Vergehen können mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden, allerdings kann das zuständige Gericht nur Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren verhängen. Ein Schuldeingeständnis kann zu milderen Strafen führen.

"Wir bereuen nichts", erklärte der 26 Jahre alte Lam. Seine 23-jährige Mitstreiterin Chow erklärte am Sonntag auf Facebook, für sie wäre es die erste Haftstrafe ihres Lebens. "Obwohl ich mich mental darauf vorbereitet habe, habe ich dennoch ein bisschen Angst."

2019 hatte es in Hongkong monatelang Massenproteste gegen den wachsenden Einfluss Pekings in der Sonderverwaltungszone gegeben. Die Demonstranten zogen auch regelmäßig vor das Polizeihauptquartier, um eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt gegen Regierungsgegner einzufordern. Mehr als 10.000 Menschen wurden im Laufe der Proteste festgenommen. Seitdem haben die Hongkonger Behörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung massiv verschärft.

Seit Juni können sie auch auf ein von Peking verabschiedetes sogenanntes Sicherheitsgesetz zurückgreifen. Es erlaubt den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen.

Joshua Wong ist einer der bekanntesten Demokratie-Aktivisten Hongkongs. Er wurde 2014 durch die Regenschirm-Proteste für freie Wahlen in der chinesischen Sonderverwaltungszone weltweit bekannt. Schon damals saß er in Haft.

Er sei auch bereit, erneut in Haft zu gehen, hatte er vor dem aktuellen Prozess erklärt. "Emotional widerstrebt es mir in jeder Hinsicht, ins Gefängnis zu gehen, aber rational habe ich im Vergleich zu vielen anderen absolut keinen Grund, um mich zu beschweren", sagte er mit Blick auf die hunderten Hongkonger, die wegen der Proteste bereits verurteilt wurden.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder