US-Präsidentschaftsbewerber verteidigt umstrittene Tätigkeit seines Sohns Hunter

Biden: Meine Familie wird nach Wahlsieg keine Geschäfte im Ausland machen

Washington (AFP) - Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat versichert, dass seine Familienmitglieder im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten keine Geschäfte im Ausland tätigen werden. Im Gegensatz zu den Angehörigen des derzeitigen Präsidenten Donald Trump werde sich seine Familie "an keinem ausländischen Unternehmen" geschäftlich beteiligen, sagte er am Sonntag im Fernsehsender HBO. "Wenn wir über Probleme reden wollen, dann lasst uns über Trumps Familie reden."

Demokratischer Präsidentschaftsbewerber Joe Biden Bild anzeigen Demokratischer Präsidentschaftsbewerber Joe Biden © AFP

Biden verteidigte zudem die frühere Tätigkeit seines Sohnes Hunter im Vorstand eines ukrainischen Gaskonzerns, die von den Republikanern scharf kritisiert worden war. Er gab zu, kaum etwas über die Arbeit seines Sohnes gewusst zu haben. Auf die Frage, ob er mehr darüber erfahren wolle, antwortete er: "Nein, weil ich meinem Sohn vertraue."

Hunter Biden hatte von 2014 bis 2019 einen Führungsposten bei dem ukrainischen Gaskonzern Burisma und erhielt in dieser Zeit Berichten zufolge monatlich 50.000 Dollar (45.000 Euro). Ihm wird kein rechtliches Fehlverhalten vorgeworfen. Allerdings wird ihm vorgehalten, dass es moralisch verwerflich gewesen sei, diese Position ausgeübt zu haben, während sein Vater als damaliger Vizepräsident unter Barack Obama mit der Ukraine-Politik der USA befasst war.

Die Tätigkeit von Hunter Biden hatte die Ukraine-Affäre nach sich gezogen, wegen der sich Trump derzeit in den USA mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert sieht. Die Demokraten werfen dem Präsidenten vor, vom ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj Ermittlungen gegen Joe Biden und seine Familie verlangt zu haben.

Ivanka Trump, die als Beraterin im Weißen Haus tätig ist, stand in der Vergangenheit wegen ihrer geschäftlichen Tätigkeiten in der Kritik. Nach dem Wahlsieg ihres Vaters hatte sie sich zwar aus der operativen Leitung ihrer Modefirma "Ivanka Trump" zurückgezogen, blieb aber die Besitzerin. Sie sah sich daher immer wieder mit dem Vorwurf des Interessenkonflikts konfrontiert.