77-jähriger Herausforderer vergleicht den US-Präsidenten mit Goebbels

Biden stellt sich in TV-Duell mit Trump auf "persönliche Angriffe und Lügen" ein

Washington (AFP) - Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden stellt sich in seinem ersten Fernsehduell mit Präsident Donald Trump auf "persönliche Angriffe und Lügen" ein. "Es wird schwierig werden", sagte Biden am Samstag dem Sender MSNBC. "Meine Vermutung ist, dass es ein einziger Frontalangriff wird." Dabei verglich der 77-jährige Herausforderer seinen drei Jahre jüngeren Rivalen mit NS-Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.
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Präsidentschaftskandidat Joe Biden © AFP

Er rechne bei dem Fernsehduell vor allem mit persönlichen Attacken, sagte Biden. "Das ist das Einzige, was er kann", sagte er über den US-Präsidenten. Trump verunglimpft Biden, der als Jugendlicher stotterte, seit langem als "Sleepy Joe" (Schläfriger Joe) und forderte unter anderem einen Dopingtest vor den TV-Duellen, da er Biden unterstellt, vor Debatten Aufputschmittel zu nehmen.

"Er weiß nicht, wie man über Fakten diskutiert. So schlau ist er nicht", fügte Biden über Trump hinzu. "Er weiß nicht viel über Außenpolitik, er weiß nicht viel über Innenpolitik. Er weiß nicht viel über die Details." Daher "werden es hauptsächlich persönliche Angriffe und Lügen sein", äußerte er seine Erwartungen an Trumps Auftreten.

Der US-Präsident sei "in etwa so wie Goebbels", sagte Biden weiter. "Man erzählt eine Lüge lange genug, wiederholt sie immer wieder, wiederholt sie, wiederholt sie, und sie gilt als Allgemeinwissen."

Die erste TV-Debatte zwischen Trump und Biden findet am Dienstag in Cleveland im Bundesstaat Ohio statt. Bis zur Präsidentschaftswahl am 3. November wird es noch zwei weitere Fernsehduelle geben. Die Fernsehdebatten zwischen den Präsidentschaftskandidaten sind in den USA traditionell Höhepunkte des Wahlkampfes und werden mit großer Spannung erwartet.

Die Corona-Krise verleiht den 90 Minuten der ersten Fernsehdebatte noch mehr Gewicht als sonst, da sie den Wettkampf zwischen den beiden Rivalen stark einschränkt: Während Trump sich kaum um die Corona-Beschränkungen schert und vor allem in den Bundesstaaten persönlich Wahlkampf macht, in denen der Ausgang Anfang November unsicher ist, beschränkt sich Biden weitgehend auf einen digitalen Wahlkampf. Er versucht, die Wähler, zu denen er nicht reisen kann, per Live-Videos von seinem Zuhause in Delaware zu erreichen.

Einige Unterstützer Bidens befürchten, dass der frühere Vizepräsident, der in den landesweiten Umfragen bisher vorne liegt, sich nun im direkten Schlagabtausch von dem deutlich aggressiveren Trump ausstechen lassen könnte.

Biden ist nach eigener Aussage aber darauf vorbereitet. "Die Leute wissen, dass der Präsident ein Lügner ist", sagte der 77-Jährige in dem Fernsehinterview. Dies werde in dem TV-Duell also nicht für Überraschungen sorgen. Biden kündigte an, trotz der erwartbaren Attacken seine Argumente vorzubringen, warum Trump "gescheitert" sei und warum er die besseren Antworten für die Wähler habe.

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