Ex-Parteichef warnt vor sinkender Zustimmung

Bisky: Linken-Führungsstreit ist "Super-Horror-Show"

Berlin (AFP) - Der frühere Linken-Parteichef Lothar Bisky hat den aktuellen Führungsstreit seiner Partei als "Super-Horror-Show" kritisiert. Die Zustimmung in der Bevölkerung werde immer geringer "und das kann tödlich werden", warnte Bisky in der "Sächsischen Zeitung". Er hob hervor, kein Parteiflügel könne über den anderen gewinnen, ohne die Partei zu zerstören, denn "man hat ja zum Glück nicht die Möglichkeit, die anderen nach Sibirien zu schicken".
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Führungsstreit bei Linkspartei sorgt für Kritik © AFP

Bisky bekräftigte zugleich seine Unterstützung für Fraktionsvize Dietmar Bartsch als künftigen Parteichef. Dieser sei klug, zuverlässig und stehe zu dem, was er sagt, "aus meiner Sicht wäre er derzeit die ideale Besetzung". Es sei falsch, Bartsch jetzt wegen des Verzichts von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine auf seine zunächst in Aussicht gestellte Kandidatur als "Königsmörder" zu diskreditieren. Während Bartsch dem Reformflügel der Linken zugerechnet wird, gilt Lafontaine als Vertreter der Parteilinken.

Der thüringische Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow warf dem derzeitigen Parteichef Klaus Ernst vor, er habe die Führungsdebatte eskalieren lassen. "Klaus Ernst hat total versagt", sagte Ramelow der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zugleich warnte er Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht davor, beim Parteitag Anfang Juni auf eine Niederlage von Bartsch und einen alleinigen Sieg der Parteilinken zu setzen. Wagenknecht ließ in der "FAS" eine eigene Kandidatur erneut offen.

Um den Vorsitz der Linken bewerben sich neben Bartsch bislang die nordrhein-westfälische Linken-Chefin Katharina Schwabedissen und Parteivize Katja Kipping, die nach eigenen Angaben als Team antreten. Außerdem haben die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann und seit Freitag auch die Hamburger Linken-Fraktionschefin Dora Heyenn unabhängig voneinander ihre Kandidatur für die Doppelspitze der Partei angemeldet.

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