Bei den Anschlägen auf die christlichen Gotteshäuser habe es sich um "Vergeltungsschläge für die zahlreichen gegen Muslime gerichteten Gräueltaten" gehandelt, erklärte Qaqa weiter. Boko Haram hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche ähnliche Anschläge verübt. Die Gruppe kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit Mitte 2009 starben durch Anschläge der Organisation mehr als tausend Menschen.
Am Sonntag hatten Selbstmordattentäter drei Kirchen in den Städten Kaduna und Zaria im nördlichen Bundesstaat Kaduna angegriffen. Der Polizei zufolge wurden dabei 13 Menschen getötet. Daraufhin kam es an verschiedenen Orten zu Protesten und gewalttätigen Ausschreitungen christlicher Gruppen gegen Muslime. Ein Behördensprecher berichtete von regelrechten "Gewaltorgien". Zudem wurden Moscheen, Tankstellen und dutzende Fahrzeuge und Geschäfte angezündet.
Neuesten Angaben der Rettungskräfte zufolge wurden bei der Gewalt mindestens 52 Menschen getötet und 150 weitere verletzt. Demnach starben die meisten Opfer durch die Racheakte von Christen. Über Kaduna wurde eine 24-stündige Ausgangssperre verhängt. Beobachtungen eines AFP-Journalisten zufolge waren die Straßen in Kaduna menschenleer, sämtliche Geschäfte, Banken und öffentliche Gebäude blieben geschlossen.
Italiens Minister für internationale Zusammenarbeit, Andrea Riccardi, warf Boko Haram vor, die christliche Minderheit in Nordnigeria "systematisch ausrotten" zu wollen. Die islamistische Gruppe wolle einen "Bürgerkrieg" heraufbeschwören, erklärte er. Der Norden der ehemaligen britischen Kolonie ist mehrheitlich muslimisch, der Süden ist vornehmlich christlich geprägt.
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