Bisher lag dem am vergangenen Mittwoch in Rio gestarteten Vorbereitungstreffen von Regierungsvertretern ein 81 Seiten umfassender Entwurf für eine Gipfel-Schlusserklärung zugrunde. Die Verhandlungen darüber sollten eigentlich bis Freitagabend abgeschlossen sein. Bis Mitternacht sei aber bei nicht einmal 40 Prozent der Punkte Einigkeit erzielt worden, hieß es aus Delegationskreisen. Daraufhin präsentierte Brasilien am Samstag einen neuen Entwurf. Dieser umfasst laut Patriota nur noch 56 Seiten - und soll nun in neuen Verhandlungen beraten werden.
Zu dem Gipfeltreffen, das 20 Jahre nach der Rio-Konferenz von 1992 stattfindet, werden mehr als hundert Staats- und Regierungschefs erwartet. Nicht teilnehmen werden neben US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premier David Cameron auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie lässt sich von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) vertreten.
Altmaier (CDU) dämpfte die Erwartungen an den bevorstehenden Nachhaltigkeitsgipfel. "Wir dürfen die Erwartungen für Rio nicht zu hoch hängen", sagte Altmaier dem Deutschlandfunk. Auf dem Gipfel kämen sehr viel Akteure zusammen, "die unterschiedliche Interessen verfolgen". Die Europäer müssten bei dem Treffen aber bei allen Schwierigkeiten deutlich machen, dass sie für "substanzielle Fortschritte im internationalen Umweltschutz, in der Nachhaltigkeit" einträten.
Altmaier kündigte an, sich in Rio für eine stärkere internationale Zusammenarbeit beim Umweltschutz einzusetzen. Er werde zudem vorschlagen, einen Hochkommissar für nachhaltige Entwicklung einzusetzen, der grenzüberschreitende Zusammenhänge im Blick habe. Dabei müsse es vor allem um den Interessenausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern gehen.
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