Schuld am ausufernden Steuerrecht sei unter anderem das Streben nach größtmöglicher Einzelfallgerechtigkeit. "Jeden Tatbestand auf Heller und Cent zu berücksichtigen, dadurch wird das System unheimlich kompliziert", sagte Mellinghoff der Zeitung. Die Regelungen seien mittlerweile so komplex und die Finanzämter so überlastet, dass das Steuerrecht nicht mehr einheitlich angewandt werde.
Dies sei dem Bürger gegenüber ungerecht und führe bei vielen Menschen zu Frustration, sagte Mellinghoff. "Ich habe den Eindruck, dass der Steuerbürger immer mehr resigniert", fügte er hinzu und warb für einfachere Regeln. "Ich kann mir ein Steuerrecht vorstellen, in dem ein Arbeitnehmer, der nur geringe Werbungskosten und keine weiteren Einkünfte hat, kaum jemals eine Steuererklärung abgeben muss", sagte Mellinghoff.
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