Bundeskabinett befasst sich mit jüdischer Militärseelsorge in Bundeswehr

Berlin (AFP) - Nach rund hundert Jahren sollen Militärrabbiner erstmals wieder in deutschen Streitkräften Dienst tun. Das Bundeskabinett will auf seiner Sitzung am Mittwoch die Zustimmung zur Unterzeichnung eines Staatsvertrags mit dem Zentralrat der Juden erteilen (09.30 Uhr). Der Zentralrat soll künftig die Kandidaten für die jüdische Militärseelsorge vorschlagen, die Auswahl trifft dann letztlich die Bundeswehr.

Rabbiner in Erfurter Synagoge Bild anzeigen Rabbiner in Erfurter Synagoge © AFP

Die großen christlichen Kirchen stellen schon seit Jahrzehnten Militärseelsorger. Dies ist in einem Staatsvertrag mit den Kirchen geregelt. Das Bundesverteidigungsministerium schätzt die Zahl der jüdischen Soldaten auf etwa 300. Seinen Plänen zufolge sollen künftig auch muslimische Seelsorger aktiv werden; einen Staatsvertrag dafür soll es aber nicht geben, da laut Ministerium auf muslimischer Seite eine zentrale Institution als Vertragspartner fehlt.