Die Planungen für Gaucks Reise hatten demnach bereits vor dem Streit um die Israel-kritischen Äußerungen des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass begonnen. In seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" hatte Grass Israel vorgeworfen, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Israel belegte den 84-Jährigen daraufhin mit einem Einreiseverbot.
Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman bezeichnete den Schriftsteller als "Nazi-Sympathisanten". Grass sei "nicht der erste Nazi-Sympathisant, der einen Nobelpreis erhielt", sagte Lieberman laut einer vorab verbreiteten Rede während einer Gedenkveranstaltung in Berlin zum 100. Geburtstag von Axel Springer. Der Minister erinnerte an den norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun, der 1920 den Literatur-Nobelpreis erhalten hatte, sich später aber zu einem Bewunderer Adolf Hitlers entwickelte und sich im Zweiten Weltkrieg hinter die deutsche Invasion Norwegens stellte.
Wulff hatte Ende 2010, fünf Monate nach seiner Amtsübernahme, Israel und die Palästinensergebiete besucht.
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