Neues Infektionsschutzgesetz regelt auch den Bonus für Pflege-Beschäftigte

Bundesrat billigt Ausweitung der Corona-Tests und neue Meldepflichten

Berlin (AFP) - Der Weg für mehr Corona-Tests in Deutschland ist frei: Der Bundesrat billigte am Freitag das neue Pandemieschutzgesetz, das der Bundestag erst am Donnerstag beschlossen hatte. Die Neuregelung legt fest, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Tests auch dann bezahlen müssen, wenn jemand keine Symptome zeigt. Im Umfeld besonders gefährdeter Menschen - etwa in Pflegeheimen - soll verstärkt auf das Virus getestet werden.
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Patientin beim Corona-Test © AFP

Die Labore müssen nach der Neuregelung künftig auch negative Testergebnisse melden. Zudem müssen Gesundheitsämter es fortan mitteilen, wenn jemand als geheilt gilt. Teil des Meldewesens ist auch die Information, wo sich jemand wahrscheinlich angesteckt hat.

Der Bund unterstützt die 375 Gesundheitsämter mit 50 Millionen Euro, um deren Digitalisierung voranzubringen. Beim Robert-Koch-Institut wird dauerhaft eine Kontaktstelle für den Öffentlichen Gesundheitsdienst eingerichtet.

Das beschlossene Gesetz regelt zudem die geplante Prämie, die die Beschäftigten in der Pflege wegen der Corona-Belastungen bekommen sollen. Die gesetzlichen Kassen zahlen demnach einen Bonus von bis zu 1000 Euro. Den vollen Bonus erhalten Beschäftigte, die hauptsächlich in der direkten Pflege und Betreuung arbeiten. Wer dafür mindestens ein Viertel seiner Arbeitszeit aufwendet, bekommt 676 Euro.

Die Kassen bekommen dafür einen Zuschuss vom Bund. Die Länder und die Arbeitgeber in der Pflege können die steuerfreie Corona-Prämie um bis zu 500 Euro aufstocken.

Zudem wird das Pflegeunterstützungsgeld, das Angehörige für die Pflege von Angehörigen beantragen können, ausgeweitet. Die Lohnersatzleistung wird von zehn auf 20 Tage verlängert, die bisher gesetzlich geltende Wochenmindestarbeitszeit von 15 Stunden pro Woche als Voraussetzung fällt weg.

Nach der Beschlussfassung im Bundesrat soll das Gesetz bereits am Freitag den Bundesrat passieren, um rasch in Kraft treten zu können.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verwies darauf, dass wegen der Corona-Krise vielfach Tagespflegeeinrichtungen geschlossen würden. "Deshalb werden wir pflegenden Angehörigen stärker unter die Arme greifen", erklärte der Minister.

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