Außenamtssprecherin: "Entsetzt über die Berichte zu mehr als 100 Todesopfern"

Bundesregierung übt scharfe Kritik am Vorgehen gegen Demonstranten im Iran

Berlin (AFP) - Die Bundesregierung hat das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten mit scharfen Worten kritisiert. "Wir sind entsetzt über die Berichte zu mehr als 100 Todesopfern und verurteilen das unverhältnismäßige Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte", erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Donnerstag in Berlin. Das Recht auf friedlichen Protest müsse gewahrt werden, forderte sie.
Proteste in Isfahan Bild anzeigen
Proteste in Isfahan © AFP

"Die Menschen in Iran müssen die Möglichkeit haben, ihren Unmut über politische und wirtschaftliche Entwicklungen zu zeigen und ihre Meinung frei und friedlich zu äußern", erklärte die Außenamtssprecherin. "Wir fordern die iranischen Sicherheitskräfte zu größtmöglicher Zurückhaltung auf." Darüber hinaus erwarte die Bundesregierung von der iranischen Führung, dass die Blockade des Internets vollständig aufgehoben wird.

Die teils gewaltsamen Demonstrationen hatten sich am Freitag an der umstrittenen Entscheidung der Regierung entzündet, die Benzinpreise drastisch zu erhöhen. Nachdem die Behörden das Internet weitgehend abgeschaltet hatten, drangen nur wenige Informationen von den Protesten an die Öffentlichkeit.

Nach offiziellen Angaben wurden ein Demonstrant und vier Sicherheitskräfte getötet, doch nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International könnte es mehr als hundert Opfer gegeben haben.

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