Wahl war wichtiger Stimmungstest nach Protestwelle 2011

Burkina Faso: Präsidentenlager behält Parlamentsmehrheit

Ouagadougou (AFP) - Im westafrikanischen Burkina Faso behält das Lager von Staatspräsident Blaise Compaoré nach der Parlamentswahl vom vergangenen Sonntag die absolute Mehrheit. Das geht aus dem von der Wahlkommission bekannt gegebenen Teilergebnis hervor. Demnach verfügt das Präsidentenlager im neuen Parlament über 81 der 127 Sitze.
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Staatspräsident Blaise Compaoré © AFP

Compaorés Kongress für Demokratie und Fortschritt (CDP) stellt 58 Abgeordnete, vier mit dem CDP verbündete Parteien kommen auf 23 Mandate. Im vorherigen Parlament mit seinen 111 Sitzen verfügte das Präsidentenlager über 99 Abgeordnete, davon gehörten 73 der Compaoré-Partei an.

Dass die Wahlkommission nur ein Teilergebnis bekannt gab, begründete sie damit, dass bei den Ergebnissen der Hauptstadt-Provinz Kadiogo Probleme aufgetreten seien. Dort war François Compaoré, der jüngere Bruder und Berater des Staatschefs, den er offenbar 2015 im Präsidentenamt beerben will, gegen Zéphirin Diabré angetreten. Dieser gilt als künftiger Oppositionsführer, seine Union für Fortschritt und Wechsel (UPC) kam auf mindestens 15 Abgeordnete. Diabré, ein früherer Finanzminister unter Compaoré, sprach von Wahlmanipulationen in Kadiogo.

Die Wahlkommission forderte die Kandidaten auf, mögliche Beschwerden zur Wahl in Kadiogo dem Verfassungsrat vorzutragen, um keine Krise heraufzubeschwören. Ein Sprecher der Präsidentschaftspartei erklärte, er vertraue der Wahlkommission und warte auf das endgültige Ergebnis.

Zu der Wahl waren rund 4,3 Millionen Bürger aufgerufen. Sie galt als wichtiger Stimmungstest nach Unruhen Anfang 2011, die Compaorés Regierung in eine schwere Krise gestürzt hatten. Nach dem Tod eines Studenten bei einer Demonstration hatte es wochenlange Proteste gegeben, bei denen es zu gewaltsamen Ausschreitungen kam. Außerdem hielten meuternde Soldaten das Land in Atem.

Burkina Fasos Opposition ist gespalten. Trotz fortbestehender Spannungen war das Compaoré-Lager daher als Favorit in die Wahlen gegangen. Der Staatschef war 1987 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen.

Zeitgleich mit der Parlamentwahl hatten Kommunalwahlen stattgefunden, deren Ergebnis später mitgeteilt werden soll.

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