Auswärtiges Amt weist Darstellung zurück

Burundi: Deutscher Botschafter ist persona non grata

Bujumbura/Berlin (AFP) - Der vor wenigen Wochen zum Ende seiner Dienstzeit aus Burundi ausgereiste deutsche Botschafter hat das ostafrikanische Land nach Angaben von Vize-Präsident Therence Sinunguruza auf Anweisung seiner Regierung verlassen müssen. "Kennen Sie die Umstände, unter denen er (Botschafter Joseph Weiß) zurückgekehrt ist?", fragte Sinunguruza bei einem Treffen mit Vertretern mehrerer Parteien in der Hauptstadt Bujumbura nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP. "Er ist zur persona non grata erklärt worden."
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Therence Sinunguruza © AFP

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin wies die Darstellung zurück. Die Angaben würden "mit Verwunderung" zur Kenntnis genommen, sagte er am Montagabend AFP. Eine Erklärung des Botschafters zur persona non grata sei dem Ministerium und der deutschen Botschaft in Burundi "nicht bekannt". "Der Botschafter hat das Land bereits vor einigen Wochen verlassen und ist regulär an einen anderen Dienstort versetzt worden."

Die Botschaft Burundis in Berlin hatte vor einigen Monaten eine Verbalnote an die Bundesregierung gerichtet und darin kritisiert, Weiß stehe der burundischen Opposition nahe und mische sich in die inneren Angelegenheiten des Landes ein. In Burundi waren bereits drei Vertreter der Vereinten Nationen für unerwünscht erklärt worden, denen ebenfalls eine zu große Nähe zur Opposition vorgeworfen worden war. "Die burundische Regierung verträgt weder Kritik noch Ratschläge", sagte ein westlicher Diplomat AFP.

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