Die CDU trete "für eine Reduzierung der Schulformen und die Einführung des Zwei-Wege-Modells in allen Ländern ein: Gymnasium und Oberschule", heißt es in dem Konzept. Neben dem Gymnasium sei die Oberschule "ein weiterer und gleichwertiger Bildungsweg, der Hauptschul- und Realschulgang miteinander verbindet." Derzeit gebe es zu viele "Schulformen, die Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen verwirren, die Vergleichbarkeit innerhalb und zwischen den Ländern erschweren und die Mobilität behindern". Die CDU begründete die geplanten Änderungen unter anderem mit rückläufigen Schülerzahlen und "wachsenden Anforderungen" an die Schulen.
Mit dem Rückgang der Schülerzahlen sei die Frage verbunden, wie es gelingen könne, ein "wohnortnahes, differenziertes, leistungsfähiges Bildungssystem zu entwickeln", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Sie leitet die CDU-Bildungskommission, die die Vorschläge erarbeitet hatte. Darüber soll auf einem CDU-Parteitag im November in Leipzig beraten werden. Zahlreiche Bundesländer, darunter auch CDU-geführte Länder wie Sachsen, setzen bereits auf ein zweigliedriges Schulsystem.
Die Abschaffung der Hauptschule als Kernschulart sei der falsche Schritt, sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) im Deutschlandradio Kultur. Eine Pädagogik, die für alle das Gleiche vorsehe, sei "ein Stück Retro-Pädagogik". Trotz des Schülermangels müsse die Hauptschule als zusätzliche Schulform mit dem Fokus auf der vertieften Berufsorientierung erhalten bleiben.
Kritik kam auch von Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP). Sie halte die von Bundesbildungsministerin Schavan angestoßene Schulstruktur-Debatte für falsch, sagte Henzler der Berliner "Tageszeitung".
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte zu den CDU-Plänen, diese kämen spät, seien aber doch erfreulich. Die Eltern hätten längst "mit den Füßen abgestimmt", sagte sie mit Blick auf den Rückgang bei Anmeldungen zur Hauptschule.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Reformpläne der CDU einen "halbherzigen Schritt". Ebenso wenig wie am Gymnasium gerüttelt werde, würden die Sonder- und Förderschulen in Frage gestellt, erklärte GEW-Vorstandsmitglied Marianne Demmer.
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