Straubinger sieht Konzept als gescheitert an

CSU-Politiker: Pflicht-Krankenversicherung abschaffen

Dortmund (AFP) - Eine Abschaffung der gesetzlichen Pflicht zur Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung fordert der CSU-Gesundheitsexperte Max Straubinger. "Das Konzept, dass jeder krankenversichert sein muss, ist gescheitert", sagte Straubinger den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Die Versicherungspflicht müsse wieder abgeschafft werden.

Debatte um Pflicht-Krankenversicherung Bild anzeigen Debatte um Pflicht-Krankenversicherung © AFP

Straubinger wies darauf hin, dass die Beitragsrückstände bei bei gesetzlichen und privaten Krankenkassen derzeit mehr als zwei Milliarden Euro ausmachten. "Die Zahlungsmoral war besser, als die säumigen Zahler aus der Versicherung ausgeschlossen werden konnten", sagte der CSU-Politiker. Wer arm sei, dem müsse der Sozialstaat helfen, nicht aber die Versichertengemeinschaft.

Die generelle Versicherungspflicht war 2009 eingeführt worden. Damit sei "eine tickende Zeitbombe entschärft worden", sagte dazu der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Passauer Neuen Presse". Trotz der milliardenhohen Beitragsrückstände sei die Neuregelung "dringend notwendig" gewesen. Zehntausenden Menschen seien dadurch die Rückkehr in die Krankenversicherung zurückgekehrt.