Trotz offizieller Waffenruhe erneut viele Tote

Chef der UN-Mission in Syrien fordert Ende der Gewalt

Damaskus (AFP) - Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, hat alle an dem Konflikt beteiligten Seiten zu einem Ende der Gewalt aufgefordert. Um den Friedensplan des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan zum Erfolg zu führen, müsse die Gewalt komplett eingestellt werden, sagte der norwegische General bei seiner Ankunft in Damaskus. Trotz einer offiziell geltenden Waffenruhe hielt die Gewalt auch am Wochenende an.
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Mood nach seiner Ankunft in Damaskus © AFP

Mood war am Freitag zum Chef der Beobachtermission ernannt worden. Derzeit sind nach seinen Angaben 30 UN-Beobachter vor Ort, in den kommenden Tagen werde die Zahl verdoppelt. Binnen eines Monats soll ihre Zahl auf 100 anwachsen, insgesamt sollen etwa 300 UN-Beobachter entsandt werden. Die Mission ist für vorerst drei Monate angesetzt. Da die Beobachter unbewaffnet sind, gilt die Mission als heikel.

Ziel sei es, Annans Sechs-Punkte-Plan vollständig umzusetzen, sagte Mood. Die Beobachter seien auf die Zusammenarbeit aller Seiten angewiesen. "Die Beobachter können nicht alle Probleme selbst lösen, alle Seiten müssen die Gewalt stoppen und dem Prozess eine Chance geben", sagte der 54-Jährige.

Die seit mehr als zwei Wochen offiziell geltende Waffenruhe ist äußerst brüchig. Kurz vor Eintreffen des Generals fielen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte acht Menschen der anhaltenden Gewalt zum Opfer, vier Zivilisten und vier Soldaten. Am Samstag wurden demnach landesweit 32 Menschen getötet, darunter 22 Zivilisten sowie zehn Deserteure.

Der Chef des Komitees vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, sagte der Schweizer Zeitung "Der Sonntag", er halte Annans Friedensplan für gefährdet. Deshalb sei es wichtig, "dass sich die Mission rasch entfalten kann".

Die libanesische Armee stoppte unterdessen ein aus Libyen kommendes Schiff mit Waffen für die syrische Protestbewegung und beschlagnahmte die Ladung. Die Besatzung sei zu dem Vorfall befragt worden, erklärten die libanesischen Behörden. An Bord wurden Maschinengewehre, Granaten, Raketen, Raketenwerfer und Sprengstoff gefunden.

Die syrischen Behörden hatten bereits wiederholt erklärt, dass Waffen vom Libanon aus an die Protestbewegung geschmuggelt würden. Am Samstag schrieb die Regierungszeitung "Tischrin", UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermeide es, die Gewalttaten der "bewaffneten Banden" zu thematisieren und mache "wie immer" allein die syrische Regierung verantwortlich. Damit ermutige er diese Gruppen, weitere "Terrorakte" zu begehen.

Das russische Außenministerium forderte eine "entschiedene Zurückweisung der Terroristen in Syrien" und forderte alle Seiten auf, jegliche Unterstützung für die Rebellen zu verhindern.

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