Sollte die Regierung in Peking keine Untersuchung einleiten, würden alle glauben, dass sie den Arrest angeordnet habe, sagte Chen. Wenn sie aber die Verantwortlichen in Shandong bestrafe, wüssten alle, dass die Beamten in Shandong den Arrest angeordnet haben. Bis zu seiner Flucht aus dem Hausarrest im April war er in seinem Dorf Dongshigu rund um die Uhr von rund hundert Sicherheitskräften überwacht worden. Die örtlichen Behörden hatten nie eine rechtliche Begründung für den Arrest gegeben.
Chen hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen den Zorn der Behörden auf sich gezogen. Am 22. April war er aus dem Arrest geflohen und hatte Zuflucht in der US-Botschaft in Peking gefunden. Nach sechs Tagen verließ der 40-Jährige die Botschaft wieder und wurde in ein Pekinger Krankenhaus gebracht. Er fühlt sich in China aber nicht sicher und will gemeinsam mit seiner Familie in die USA ausreisen. Die chinesischen Behörden sicherten ihm Unterstützung für seine Ausreise zu.
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